Vor 16 Jahren gab der US-Dollar-Milliardär Warren Buffett der ‚New York Times‘ ein Interview

US-Milliardär Warren Buffett setzt auf den Sieg der Kapitalistenklasse. Bilder: YouTube, Collage: RoterMorgen

Heinz Ahlreip – 27. Januar 2022

Heinz Ahlreip

Am 14. Juni 2017 erschien im Wirtschaftsteil der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘ ein interessanter Artikel. Nüchtern stellte das Pflichtblatt der Frankfurter Wertpapierbörse fest: „Die Reichen werden immer reicher“. Der Artikel nimmt Bezug auf die alljährlich erscheinende Studie der BCG (Boston Consulting Group), die sich darauf spezialisiert hat, weltweit die Millionärsentwicklung zu beobachten.

Warum gibt es Hunger? Was sind die Ursachen von Hunger? Die bürgerliche Presse spekuliert weiter und tischt uns immer neue Märchen auf. Die wirklichen Ursachen aber, werden nicht benannt. Bild: YouTube

In dieser Studie ‚Global Wealth 2017‘ wird hervorgehoben, dass die Zahl der Millionäre besonders schnell im Raum Asien-Pazifik wachse, vor allem aber sagt die Gruppe voraus, dass im Jahr 2021 die 50-%-Schallmauer durchbrochen sein wird. In diesem Jahr wird es den Millionären der Welt, derzeit 17,9 Millionen, zum ersten Mal gelingen, über 50 % des Weltvermögens an sich zu raffen. Millionen und Abermillionen Kinder werden bis dahin weltweit an Hunger gestorben sein. So wird in der bürgerlichen Welt brüderlich geteilt. Eines der Motive für die anstrengende theoretische Arbeit des jungen Marx war der Kontrast zwischen einer politisch und religiös proklamierten Gleichheit aller Menschen und der dieser diametral entgegenstehenden sozialen Zerrissenheit der bürgerlichen Gesellschaft. Schon Marx und Engels hatten im ‚Kommunistischen Manifest‘ festgestellt, dass in der bürgerlichen Gesellschaft das Eigentum in wenigen Händen konzentriert wird. Die Tendenz ist natürlich steigend und es muss notwendig zu einem ‚point of no return‘ in dem der Kapitalentwicklung inhärenten Bürgerkrieg kommen. Was wiederum Marx und Engels schon 1845/46 in der ‚Deutschen Ideologie‘ sahen, die Notwendigkeit der Aneignung der Totalität der Produktivkräfte, um die Existenz der Menschheit sicherzustellen, dieser kollektiven Aneignung ist in Kürze nicht mehr auszuweichen. Man kann keine konkreten Angaben über den Verlauf des schwelenden und künftigen Weltbürgerkrieges machen, aber seine Unvermeidlichkeit liegt schon beschlossen allein im vorliegenden Zahlenmaterial. Nach der weltberühmt gewordenen zynischen Aussage des US-Dollar-Milliardärs Warren Buffett in einem Interview mit der ‚New York Times‘ vom 26. November 2006 finde dieser bereits statt, er werde geführt von der Klasse der Reichen, die ihn gewinnen werde. In dieser Aussage eines US-Dollar-Milliardärs steckt mehr Weisheit als in den Vorlesungen mancher Soziologieprofessoren, die über das angebliche Problem der Aktualität des Marxismus-Leninismus vor Studentinnen und Studenten dozieren. Jawohl, Buffett hat es auf den Punkt gebracht. Was Marx bereits 1871 in seiner Analyse der Niederschlagung der Pariser Commune herausfand, dass der Staat das Kriegswerkzeug des Kapitals gegen die Arbeit ist, das wird heute glänzend bestätigt, nicht nur in den USA. In England, Frankreich, Deutschland, Russland, China … usw., überall ist der Staat ein Werkzeug in den Händen von blutsaugenden, voll gefressenen Volksfeinden, die mit ihm das Volk knechten, lähmen, quälen, ideologisch vergiften und krankmachen. Der Widerspruch zwischen den Armen und den Reichen, letztere also schon im vollen Bewusstsein eines Weltbürgerkriegs lebend und sich immer mehr auf seine Eskalation vorbereitend, wird in einer Brutalität ohnegleichen aufbrechen und seine Lösung suchen, indem die Volksmassen durch marxistisch-leninistischen Parteien auf kollektive Kampfformen gegen die auch besonders von Sozialdemokraten ausgebauten technisch hochgerüsteten Terror- und Militärapparate ausgerichtet werden. Die Armeen und Polizeien, die sich die Millionäre angekauft haben, werden in den Ozeanen der Massen untergehen. Die Menschheit wird unter Leitung der international tätigen Arbeiterklasse aus Gründen ihres Überlebens gezwungen sein, 18 Millionen Millionäre zu enteignen, einzugliedern, zu resozialisieren, sie zu anständigen und fleißigen, sozial orientierten Menschen umzuerziehen. Wir nähern uns diesem Punkt unaufhaltsam, unumkehrbar und keine ‚bürgerliche Politik‘, kein noch so genialer General kann dieser Zuspitzung etwas entgegensetzen Es stellt sich schon heute die Frage, ob ein nur friedlicher Protest beim G-20 Weltgipfel 2017 in Hamburg legal war oder ob dieser angesichts weltweit verhungernder Kinder in Millionenzahl schon als kriminell, gewiss aber als obszön zu bezeichnen ist?

Über den Autor:
Heinz Ahlreip, geb. am 28.2.1952 in Hildesheim. Studium in den Fächern Philosophie und Politik an der Leibniz Universität Hannover von 1975 bis 1983, Magisterabschluß mit der Arbeit „Die Dialektik der absoluten Freiheit in Hegels Phänomenologie des Geistes“. Schwerpunkte der Forschung: Französische Aufklärung, Jakobinismus, französische Revolution, Politische Philosophie Kants und Hegels, Befreiungskriege gegen Napoleon, Marxismus Leninismus, Oktoberrevolution, die Kontroverse Stalin – Trotzki über den Aufbau des Sozialismus in der UdSSR, die Epoche Stalins, insbesondere Stachanowbewegung und Moskauer Prozesse.
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1 Kommentar

  1. „Jawohl, Buffett hat es auf den Punkt gebracht. Was Marx bereits 1871 in seiner Analyse der Niederschlagung der Pariser Commune herausfand, dass der Staat das Kriegswerkzeug des Kapitals gegen die Arbeit ist, das wird heute glänzend bestätigt, nicht nur in den USA.“

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