Ist die MLPD eine kommunistische Partei?

Redaktion – 22. Juli 2020

Im Zuge der Enthüllung der Lenin-Statue in Gelsenkirchen, erreichten uns erneut Anfragen wie wir zur Marxistisch-Leninistischen-Partei Deutschlands (MLPD) stehen. Diese Frage ist nicht verwunderlich, da so gut wie alle, sich als links bezeichnenden Gruppen, egal ob revisionistisch oder revolutionär, die MLPD ablehnen und auch eine Zusammenarbeit im Rahmen von Aktionseinheiten nur selten zustande kommt.

Die Redaktion ROTER MORGEN ist weder eine Partei noch ein Zirkel, sondern eine revolutionär-marxistisch-leninistische Onlinezeitung, die in der stolzen Tradition des ehemaligen Zentralorgans der KPD/ML steht und daher auch eine sehr große Verantwortung übernommen hat.  Wir, die Redaktionsmitglieder müssen zwar nicht in allen Teilfragen einer Meinung sein, sind aber der revolutionären Tradition der KPD/ML verpflichtet und können daher die Frage: „Ist die MLPD eine kommunistische Partei?“ eindeutig mit NEIN beantworten und begründen.

In den Reihen der MLPD und ihren Unterorganisationen arbeiten sehr viele aufrichtige Genossen, die schon viel erreicht haben. Es kommen auch immer wieder weitere fortschrittliche Menschen aus verschiedenen Schichten hinzu die erkannt haben, das nur der Kampf Klasse gegen Klasse ihre Lebenssituation verändern kann. All diese Genossen sollten sich auch mit dem Marxismus-Leninismus auseinander setzen, denn das was ihnen die MLPD bietet ist nur ein revisionistischer Etikettenschwindel.

Die MLPD, die gerne von „echten Sozialismus“ spricht, zählt und das ist bemerkenswert, neben Marx, Engels und Lenin auch Stalin zu den Klassikern des dialektischen und historischen Materialismus. Wir wollen hier versuchen mehr Klarheit zu schaffen über das, was uns grundsätzlich voneinander trennt. Auch wenn es heute sicher nicht unbedingt das Dringendste ist, sich mit der MLPD auseinander zu setzen, wollen wir hier einen Anfang starten und hoffen das die Feststellungen dazu führen, das viele Leser und Leserinnen die Kommentarfunktion benutzen und die vorliegenden Texte solidarisch ergänzen, begründen, bekräftigen oder auch kritisch beurteilen. Bitte schreibt auch von Euren eigenen Erfahrungen mit der MLPD.

Kurt Gossweiler. 5. November 1917 bis 15. Mai 2017

Wer könnte wohl ein berufeneres Urteil über die MLPD abgeben als der „Altmeister“ der dialektischen Polemik, Kurt Gossweiler. Völlig zurecht hebt er bei der MLPD hervor: „Was ich bei Euch bemerkenswert finde, ist erstens Eure zielstrebige Jugendarbeit, zum anderen die starke Orientierung auf die Betriebsarbeit.“ In dem folgenden Text gibt es nun sehr viele Hinweise, die gerade auch heute für die politische Agitation unter der Arbeiterklasse unverzichtbar sind. Wir haben diesen Text nicht gekürzt und fügen im Anhang eine pdf-Datei an, damit man das, was hier zusammenhängend zu lesen ist, auch ausdrucken kann. Geschrieben wurde dieser Brief an den Genossen Briese im Jahre 1994. Doch leider müssen wir festzustellen, dass sich daran bis heute im Wesentlichen nichts geändert hat…
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Zu den Positionen der MLPD (Kurt Gossweiler)

Aus einem bisher unveröffentlichten Brief an einen Funktionär der MLPD vom 6. November 1994

Werter Genosse Briese,

Dein Brief fordert eine gründliche Antwort und eine fundierte Begründung meines Widerspruchs zu Deiner und Deiner Partei Positionen in grundsätzlichen Fragen. Vorher aber ein paar Bemerkungen darüber, wie ich auf Euch aufmerksam wurde, und was ich an Eurer “Roten Fahne” schätze. Erstmals fiel mir Euer Stand bei der Liebknecht-Luxemburg-Demo in Friedrichsfelde im Januar 1991 auf. Mein Interesse hat Euer Emblem mit den fünf Köpfen erweckt. Ich sagte mir, wer ein solches Emblem wählt, der müsste mit mir gemeinsam haben, dass er ein Gegner des Revisionismus ist. Ich kaufte mir deshalb einige der dort angebotenen Materialien und abonnierte Eure Zeitung, einesteils aus dem Wunsch, mich über Eure Positionen zu informieren über einen längeren Zeitraum hinweg, zum anderen aus Solidarität mit Eurem Antirevisionismus. Was ich bei Euch bemerkenswert finde, ist erstens Eure zielstrebige Jugendarbeit, zum anderen die starke Orientierung auf die Betriebsarbeit.

Ich bin seit meinem 14. Lebensjahr, seit 1931, in der kommunistischen Bewegung organisiert; daher geht es mir heute darum, was in meinen Kräften steht dazu beizutragen, dass die Kommunisten in Deutschland, die jetzt in zwei Hauptparteien – der PDS und der DKP – und in einer viel zu großen Zahl kleinerer Organisationen verstreut sind, Kontakt miteinander aufnehmen und diesen ausbauen, um sich über eine Zusammenarbeit zu verständigen, aus der heraus in einem mehr oder weniger langen Prozess wieder eine gemeinsame Kommunistische Partei Deutschlands erwachsen kann und muss.

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> Gab es in der DDR einen bürokratischen Kapitalismus?

Die MLPD könnte und müsste dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Doch so, wie sie heute beschaffen ist, ist sie dazu – wie ich es sehe –, leider nicht imstande. Die Gründe sehe ich genau in den Ansichten, die Du in Deinem Brief zu begründen suchst.
Du schreibst: „Du weißt, dass die MLPD der Auffassung ist, dass in der DDR der Kapitalismus restauriert restauriert worden ist und eine Form des bürokratischen Kapitalismus geherrscht hat.“

Ja, das weiß ich, und ich weiß auch, dass diese Auffassung abgeleitet ist von der Einschätzung der Sowjetunion als eines sozialimperialistischen Staates seit dem XX. Parteitag der KPdSU im Jahre 1956. So steht es doch in Eurer Schrift „Sozialismus am Ende?“ auf S. 32: „…im Februar 1956 (gelang es) der Chruschtschow-Clique auf dem XX. Parteitag der KPdSU…, die Macht zu usurpieren und auf dieser Grundlage eine Restauration des Kapitalismus durchzusetzen…Es war das ein Kapitalismus neuen Typs: ein bürokratischer Kapitalismus!“ Und im Grundsatzprogramm der MLPD von 1982 heißt es im Abschnitt C, Punkt 4: „Die Sowjetunion…ist heute neben den USA der mächtigste Hort der weltweiten Reaktion, Ausbeutung und imperialistischen Kriegsvorbereitung.“

> Warum sind die Ansichten der MLPD über die Sowjetunion falsch?

Darüber, dass mit Chruschtschow ein Exponent des modernen Revisionismus sich an die Spitze der KPdSU gemogelt hat, dessen Ziel die Restauration des Kapitalismus war, gibt es zwischen uns keine Meinungsverschiedenheiten. Das argwöhnte und befürchtete ich ziemlich bald nach dem XX. Parteitag; dessen war ich mir sicher nach der ungarischen Konterrevolution vom Herbst 1956. Aber genauso sicher war ich mir auch, dass die Chruschtschow-Clique nicht die ganze KPdSU war; Chruschtschows Machterschleichung bedeutete eine große Gefahr für den Sozialismus, aber noch keineswegs die Liquidierung des Sozialismus und die Umwandlung der Sowjetunion in einen kapitalistischen Staat.
Eure gegenteilige Behauptung steht im Widerspruch zu den Tatsachen, ist deshalb auch theoretisch unhaltbar und hat die verhängnisvollsten Folgen für Eure Position im Klassenkampf. Diese Eure Position wirft überdies Fragen auf, auf die Ihr eine überzeugende Antwort schuldig bleiben müsst. Nach Eurer Ansicht genügt ein Personenwechsel an der Spitze und ein Parteitag, um die Ergebnisse der bisher gewaltigsten Revolution der Menschheitsgeschichte von 36 Jahren Sowjetmacht zunichte zu machen.

Wenn ich das für möglich halten soll, dann muss ich entweder an Wunder glauben, oder aber ich muss annehmen, dass der Sozialismus vor dem XX. Parteitag bereits so unterminiert war, dass er quasi über Nacht ohne jedwede konterrevolutionäre Gewaltanwendung weggepustet werden konnte. Dann wäre aber der Beginn der restaurativen Entwicklung nicht erst beim XX. Parteitag und bei Chruschtschow anzusetzen, sondern schon – wie das die Trotzkisten seit eh und je tun – bei Stalin.

Das wollt Ihr nicht, und das zu Recht. Aber dadurch geratet Ihr in eine Art Erklärungsnotstand. Den versucht Ihr zu überbrücken mit der Feststellung, Stalin hab einen großen Fehler gemacht: er habe die ideologische Arbeit vernachlässigt und nicht stark genug gegen die Bürokratie gekämpft. Damit habe er zugelassen, dass in Gestalt der „Bürokratie neuen Typs“ eine neue Bourgeoisie (!) entstanden sei, die auf dem XX. Parteitag die Macht usurpiert und die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion durchgesetzt habe. Seitdem sei die Sowjetunion – und seien alle mit ihr verbündeten Länder des RGW und des Warschauer Paktes – keine sozialistischen Länder mehr gewesen, sondern Staaten eines neuen Typs von Kapitalismus, des „bürokratischen Kapitalismus“. Dies ist die Lehre, die Euer Klassiker Willi Dickhut verkündet hat, und die für Euch gewissermaßen das Herzstück Eures besonderen Parteiverständnisses ist.

> War die Sowjetunion wirklich eine „imperialistische Supermacht“?

Aber lange vor Willi Dickhut haben die Trotzkisten in der „Sowjetbürokratie“ die neuen Kapitalistenklasse „entdeckt“. Die fatalste Konsequenz dieser Eurer Position ist es, dass Ihr dank dieser „Lehre“ in einer Front mit dem Trotzkismus und dem Imperialismus im Kampf gegen die Sowjetunion und die sozialistischen Länder standet. Was ist das nun für ein „neuer Kapitalismus-Typ“, der in der Sowjetunion und auch bei uns in der DDR geherrscht haben soll?

Eine genaue Untersuchung ergibt zweifelsfrei, dass dies in der Tat ein ganz neuer Typ Kapitalismus ist, einer nämlich, dem alle wesentlichen Merkmale des Kapitalismus fehlen! Bisher jedenfalls waren sich die Marxisten einig, dass der Kapitalismus jeglicher Spielart und jeglichen Typs sich durch einige Grundzüge auszeichnet, zu denen unbedingt gehören:

  1. Maximalprofit: Ziel der Produktion ist die Erzielung von Mehrwert bzw. Maximalprofit. Deshalb kann von Kapitalismus nur dann gesprochen werden, wenn der erzielte Profit nicht nur dem privaten Konsum der Eigentümer der Produktionsmittel dient, sondern erneut als Kapital angelegt wird – sei es in der Produktion, sei se in Wertpapieren. Ferner: Kapitalismus bedeutet Konkurrenzkampf, national und international. Um ihn zu bestehen, muss das Kapital ständig um die Erhaltung einer hohen Akkumulationsrate zwecks Innovation und Erneuerung des Produktionsapparates auf hohem Niveau bemüht sein. Darum ist das Kapital ständig bemüht, die Lohnkosten zu senken ohne Rücksicht auf die Lebenshaltung der Lohnabhängigen, der Arbeiter und Angestellten. Was aber fanden wir in den sozialistischen Ländern vor? Für sie war charakteristisch, dass die Akkumulationsrate in den letzten Jahrzehnten ständig gekürzt wurde zugunsten des Konsums, der Subventionierung der unter den Unterhaltskosten liegenden Mieten, Fahrpreise, Preise für Grundnahrungsmittel, Kultureinrichtungen, Gesundheitswesen, Kindergärten, kostenloser Abgabe von Schulbüchern, usw. usf. Das alles kann Euch ja nicht unbekannt geblieben sein. Aber habt Ihr Euch nicht die Frage gestellt: was ist das für ein merkwürdiger Kapitalismus, der zugunsten der Lebenshaltung der Bevölkerung die Akkumulationsrate kürzt?
  2. Anarchie der Produktion: Zum Kapitalismus jeglichen „Typs“ gehört die anarchische Produktion, die Regulierung der Produktion im Nachhinein, durch den “Markt”, ungeachtet der ausgefeilten Planung innerhalb der Konzerne. Der Maximalprofit als Ziel der Produktion schließt eine gesamtstaatliche Planung aus. Wo, wie in den sozialistischen Staaten, die Lenkung der Produktion nicht auf diesem Wege, im Nachhinein durch den Markt, sondern durch einen gesamtstaatlichen Plan erfolgt, dessen Planziele die Erzeugung von Gebrauchswerten, nicht aber der Maximalprofit sind, kann von Kapitalismus schlechterdings nicht gesprochen werden.
  3. Warencharakter: Zum Kapitalismus gehört unabdingbar die Verwandlung buchstäblich von allem zum Leben Notwendigen und aller Produktionsfaktoren in Waren, also auch der menschlichen Arbeitskraft – und sogar der Menschen selbst. Wo die Arbeitskraft eine Ware ist, kann es natürlich kein Recht auf Arbeit geben, ebenso wenig wie ein Recht auf Wohnen, denn der Boden und die Wohnungen sind Waren und damit Spekulationsobjekte zur Erzielung von Höchstprofiten. Wo es jedoch diese Rechte gibt – und zwar nicht nur auf dem Papier –, da kann wiederum von keinerlei Kapitalismus die Rede sein. In den sozialistischen Ländern gab es diese Rechte; Arbeits- und Obdachlosigkeit waren bis zur „Rückwärtswende“, bis zum Sieg der Konterrevolution, dort Fremdworte. Der Boden war keine Ware, er wurde – soweit er gesellschaftliches Eigentum war – zu minimalstem Entgelt zur Nutzung überlassen; Wälder und Gewässer waren Allgemeingut, kein Privatbesitz wie in der BRD und nun auch wieder auf dem Territorium der DDR.
  4. Profitmacherei: Welchem Gebiet wir uns auch zuwenden: der Wirtschaft, der Sozialpolitik, der Kultur, dem Gesundheitswesen – in allen sozialistischen Ländern – sogar in den meisten vom Revisionismus erfassten Polen und Ungarn – werden wir vergeblich danach suchen, dass auf ihnen das herrschende Prinzip das der kapitalistischen Profitmacherei gewesen ist. Die Staatspolitik war selbst in diesen Ländern noch entscheidend gebunden an die Prinzipien der möglichst umfassenden – natürlich in Abhängigkeit von den materiellen Möglichkeiten – und möglichst preiswerten Versorgung der Bevölkerung mit allem Lebensnotwendigen. Es genügt, sich hinsichtlich der DDR die Veränderungen vor Augen zu führen, die seit ihrer Einverleibung in die imperialistische BDR – von Euch freudig als „Wiedervereinigung“ begrüßt! –, vor sich gegangen sind – etwa die radikale Reduzierung der öffentlichen Büchereien, die massenhafte Schließung von Polikliniken, Kindergärten und Krippen, die Beseitigung der kostenlosen Gesundheitsbetreuung, die exorbitanten Preissteigerungen besonders bei den Mieten und, und, und, – um zu erkennen, dass uns ein völlig anderes gesellschaftliches System übergestülpt wurde – zu Ungunsten der Bevölkerung, zugunsten der kapitalistischen Banken und Konzerne, der Versicherungsunternehmen, der Pharmaindustrie, der großen Medienmogule, der Miethaie und Grundstückspekulanten und all der anderen, die sich an der „Heimholung“ der DDR gesundgestoßen haben und noch gesundstoßen. (Ach, fast hätte ich sie noch vergessen: die lieben „Altbesitzer“ der brandenburgischen, mecklenburgischen und vorpommerschen Wälder und Seen, die Herren Fürsten und Grafen, die Junker derer von und zu…die kriegen wir nun alle wieder, und sie kriegen ihre Ländereien wieder, dank der von Euch so sehr begrüßten Beseitigung der „staatskapitalistischen“ DDR!)
  5. Konkurrenzkampf: Zuletzt noch ein Blick auf die Außenpolitik: für die Außenpolitik kapitalistischer Länder ist kennzeichnend, daß sie ihre Konkurrenzgegensätze zurückstellen und sogar vergessen, wenn es darum geht, eine ihnen allen drohende Gefahr revolutionärer Entwicklungen irgendwo zu verhindern oder zu beseitigen. Gegen revolutionäre, antiimperialistische Bewegungen oder gar antiimperialistische Regierungen sind sie sich in aller Regel einig und bekämpfen sie bis aufs Messer. Die Beispiele reichen von der Pariser Kommune, gemeinsam von den miteinander im Kriege liegenden Regierungen Frankreichs und Preußens bis zur Intervention der 14 Mächte gegen Sowjetrussland und den UNO-verbrämten USA-Krieg gegen Nordkorea, den CIA-gesteuerten Putsch Pinochets gegen die Allende-Regierung, die vom Imperialismus gesteuerten Kriege der UNITA- und Renamo-Banditen gegen die antiimperialistischen Regierungen in Angola und Mozambique, usw. usf.

> Welche Rolle spielte die Sowjetunion wirklich?

Es ist wider die Natur des Imperialismus, antiimperialistische Revolutionen und Staaten zu unterstützen oder ihnen gar zum Sieg über den Imperialismus zu verhelfen.
Aber genau das haben die Sowjetunion, haben die sozialistischen Staaten getan, genau das war die Leitlinie ihrer Außenpolitik – trotz aller revisionistischen Schwankungen und Abweichungen von dieser Linie: ohne ihre Hilfe hätte Ägypten nicht den Suez-Kanal verstaatlichen, hätten die afrikanischen Völker nicht ihre Kolonialherren verjagen, hätte das kubanische Volk trotz Wirtschaftsblockade durch die USA nicht mit dem Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft vor deren Haustür beginnen, hätte des kleine Vietnam nicht seinen nicht für möglich gehaltenen Sieg über die Supermacht USA erringen können. All die großen und kleineren Erfolge der revolutionären Weltbewegung wären ohne die Existenz und die kräftige Unterstützung durch die Sowjetunion, Volkschina und die anderen sozialistischen Staaten nicht erreichbar gewesen.

Genau deshalb haben – im Gegensatz zu den imperialistischen Machthabern und auch im Gegensatz zu Euch – die Menschen in der so genannten „Dritten Welt“, soweit sie die Befreiung ihrer Länder von imperialistischer Ausbeutung und Unterordnung wünschen und dafür kämpfen – über den Untergang der Sowjetunion und der sozialistischen Länder nicht Freude, sondern Trauer über den Verlust guter Freunde und Verbündeter empfunden.

> Ist der Sozialismus nun „am Ende“?

Wie begründet Ihr nun Euer Festhalten an der These vom „bürokratischen Kapitalismus“ in den sozialistischen Ländern und an der Behauptung, die Sowjetunion sei „neben den USA mächtigster Hort der weltweiten Reaktion, Ausbeutung und imperialistischen Kriegsvorbereitung“ gewesen, trotz all der genannten Tatsachen?

Ich muss feststellen, dass Ihr Euch die Argumentation sehr leicht macht. Dafür nur ein Beispiel: in „Sozialismus am Ende?“ (S. 49) zitiert Ihr einen Satz aus einer längeren Rede des sowjetischen Ministerpräsidenten Kossygin vom September 1965, den Ihr so einleitet: Das Neue Ökonomische System in der Sowjetunion „sollte drei Hauptprinzipien verwirklichen“; sodann zitiert Ihr Kossygin: „Die Erhöhung des wissenschaftlichen Niveaus der Planung, die Erweiterung der wirtschaftlichen Rechte der Betriebe und die Verstärkung des ökonomischen Anreizes.“

Dieser Satz, in dem nichts enthalten ist, was gegen Grundsätze sozialistischer Wirtschaftsführung verstoßen würde, – mit ökonomischen Anreizen wurde schon bei Lenin in der Entlohnung bestimmter Kategorien von Werktätigen gearbeitet – wird in Eurem Buch ohne den geringsten Versuch einer Beweisführung so kommentiert: „Dahinter verbarg sich die endgültige (!) und vollkommene (!) Durchsetzung des kapitalistischen Prinzips der Gewinnmaximierung zur treibenden Kraft der Wirtschaft…Nun wurde als zentrales Planziel ‚Gewinn und Rentabilität’ offiziell verkündet.“

Bedauernswert, wer sich von einer solchen „Beweisführung“ überzeugen lässt!

> Wie rentabel war eigentlich der Sozialismus?

Es ist eine Binsenweisheit, dass auch eine sozialistische Wirtschaft rentabel arbeiten und dass sozialistische Betriebe Gewinne erzielen müssen – wo sonst sollten die Mittel für die Akkumulation plus für Ausgaben für die gesellschaftlichen Aufgaben des Staates – Schulen, Hochschulen, Gesundheitswesen, Kultur etc. – herkommen? Das hat uns doch schon Marx in seinen Randglossen zum Gothaer Programm beigebracht!

Darum ist der „Gewinn“ seit eh und je eine ganz wichtige Kategorie in der Politischen Ökonomie des Sozialismus und ein fester Bestandteil des Wirtschaftsplans einer sozialistischen Wirtschaft. Allerdings kommt es in der sozialistischen Wirtschaft in erster Linie auf die volkswirtschaftliche Rentabilität der Gesamtwirtschaft an, und nicht darauf, dass jeder einzelne Betrieb Gewinn abwirft. (Siehe dazu die Ausführungen Stalins in den „Ökonomischen Problemen des Sozialismus“, S. 25)

> Was war tatsächlich das Planziel des Sozialismus?

Erinnert sei auch an die Ausführungen G.M. Malenkows auf dem 19. Parteitag der KPdSU im Oktober 1952, der kritisch vermerkte: „…statt des im Plan vorgesehenen Gewinns von 2,9 Mrd. Rubel ließen die Bauorganisationen in diesem Jahr einen Verlust in Höhe von 2,5 Mrd. Rubel zu.“ (Neue Welt, Heft 22/1952, S. 2715).

Wo aber ist bei Kossygin die Rede davon, dass der Gewinn „zentrales Planziel“ sei, wie bei Euch behauptet? Davon ist bei ihm ebenso wenig die Rede wie bei Malenkow. Der – ich will mich mal vorsichtig ausdrücken – „Fehler“ in Eurer Darstellung ist, dass Ihr suggeriert, wenn Kossygin von Gewinn spricht, dann sei damit selbstverständlich nichts anderes gemeint als der kapitalistische Gewinn, und dass Ihr dann zweitens behauptet, de sein nun „offiziell als zentrales Planziel“ verkündet worden.

So überzeugend habt Ihr „bewiesen“, dass in der Sowjetunion der Kapitalismus wiederhergestellt war!

Und daraus folgt dann auch sonnenklar, dass die sozialistischen Länder gar keine sozialistischen Länder waren und folglich auch gar keine andere als eine kapitalistische und imperialistische, kriegstreiberische Außenpolitik treiben konnten.

> War der Warschauer Vertrag ein „aggressives Militärbündnis“?

Wie soll man dann aber deren Unterstützung revolutionärer, antiimperialistischer und sozialistischer Staaten erklären?

Kein Problem! „Der sowjetische Sozialimperialismus“ verwandelte „den Warschauer Pakt…in ein aggressives Militärbündnis. Dieser grundlegende Wandel führte dazu, dass der Kampf um die Neuaufteilung der Welt heute vor allem zwischen zwei imperialistischen Blöcken, mit den Supermächten USA und Sowjetunion an der Spitze, ausgetragen wird. Die Rivalität der Supermächte bildet die hauptsächliche Quelle der Gefahr des III. Weltkrieges.“ (Aus dem Grundsatzprogramm der MLPD)

Wie recht Ihr damit hattet, beweist die Welt von heute: seitdem die östliche Supermacht verschwunden ist, herrscht auf unserer Erde nur noch eitel Frieden …oder nicht? Neu und originell ist das alles aber nicht. Genauso wie Ihr – als „Roten Imperialismus“ haben Imperialisten, Sozialdemokraten und Trotzkisten die Außenpolitik der Sowjetunion schon immer dargestellt.

> War die „Wiedervereinigung“ wirklich „ein freudiges Ereignis“?

Aber inzwischen haben wir ja einen Anschauungsunterricht darüber erhalten, wie sich eine tatsächlich nicht mehr sozialistische Sowjetunion verhält: die Gorbatschow-SU hörte auf, ihre ehemaligen Verbündeten und Freunde – wie Kuba – zu unterstützen, und fällt ihnen in den Rücken; sie verkaufte die DDR an den BRD-Imperialismus; (übrigens was habt Ihr eigentlich gegen Gorbatschow einzuwenden? Ihr müsst doch wissen, dass ohne ihn und seine Politik die von Euch so positiv bewertete und so freudig begrüßte „Wiedervereinigung“ nicht stattgefunden hätte!) Eine wirklich nicht mehr sozialistische Sowjetunion ist nicht mehr Gegner, sondern Bundesgenosse der USA im Krieg gegen die Staaten der „Dritten Welt“, wie uns der Golfkrieg gezeigt hat.

Euer Buch „Sozialismus am Ende?“ ist prall voll mit Anklagen gegen die Sowjetunion und die DDR, die – leider kann darüber nichts anderes gesagt werden – von der gleichen Güte sind, wie das bereits vorgeführte Beispiel. Ich will nur noch ein einziges anführen und an ihm demonstrieren, wie haltlos und bar jeder Kenntnis der tatsächlichen Verhältnisse die Anklagen sind.

> Was steckt hinter dem Gerede vom Sozialismus „mit menschlichem Antlitz“?

Da heißt es über Breschnew: „1968 schlug Breschnew unbarmherzig zu, als sich in der Tschechoslowakei einige führende Bürokraten verselbständigen wollten.“ Mit dem, was damals wirklich geschah, hat diese Feststellung nichts zu tun. Der so genannte „Prager Frühling“ war der Versuch tschechoslowakischer Revisionisten – Brüder im Geiste der Tito, Chruschtschow, Gomulka und Kádár –, das besser vorbereitet erfolgreich zu Ende zu führen, was im Herbst 1956 in Budapest gescheitert war. Der „Stalinist“ Novotny sollte gestürzt und danach mit Hilfe des nunmehr von den Revisionisten beherrschten Parteiapparates der Weg der „friedlichen“ Wiederherstellung der bürgerlichen Republik beschritten werden. Mit der willfährigen Gallionsfigur Dubček als Erstem Sekretär war man bis August 1968 auf diesem Wege schon fast am Ziel angelangt, weil man dem Volk natürlich nicht sagte, wohin die Reise wirklich gehen sollte, sondern versprach, einen besseren Sozialismus, einen Sozialismus „mit menschlichem Antlitz“, zu installieren. Niemand anders als einer der Hauptdrahtzieher dieser konterrevolutionären Verschwörung, Ota Sik, hat jetzt – in der „Welt“ v. 5. November 1990 – offenbart, dass dies nur dazu diente, die wahren Absichten zu verschleiern: „Wir, der Kern der ökonomischen Reformer“, führte er aus, „versuchten in Prag damals eben nicht den Kommunismus zu reformieren. Unser eigentliches Ziel war es, ihn abzuschaffen und ein neues System aufzubauen. Man hat zwar immerfort von der Reform hin zu einer sozialistischen Demokratie oder sozialistischen Marktwirtschaft sprechen müssen, weil man sonst überhaupt nicht an die Öffentlichkeit gelangt wäre.“

Immerhin eine Aussage, die auch Euch einigen Anlass zum Nachdenken gäbe! Wie sieht es nun mit Breschnews angeblichem „unbarmherzigen Zuschlagen“ aus? Falscher als Ihr es tut, kann seine Rolle kaum beschrieben werden. Er, einst Chruschtschows engster Vertrauter, war in Wahrheit der Schutzpatron der einheimischen und auswärtigen Revisionisten; er hat überhaupt nicht daran gedacht, den Prager „Reformern“ Hindernisse in den Weg zu legen. Umgekehrt: er hat, so lange es irgend ging, verhindert, dass ihnen schon früher das Handwerk gelegt wurde. Und selbst nachdem er dem Druck der leninistischen Kräfte in der eigenen Partei und der KPC sowie anderer Bruderländer schließlich doch nachgeben und dem Eingreifen an jenem 21. August 1968 zustimmen musste, hielt er weiterhin seine Hand über die Smrkovsky, Čik und Goldstücker und den ihnen willfährigen 1. Sekretär Dubček und verhinderte, dass sie ihrer Ämter enthoben wurden. Es war ausschließlich den gesunden leninistischen Kräften im eigenen Land und der KPČ zu verdanken, wenn schließlich nach monatelangem Ringen auf einem ZK-Plenum im April 1969 Dubček endlich abgelöst werden konnte.

> Warum bedient sich die MLPD der Sprache der FAZ?

Leider muss man sagen: Eure Geschichtsdarstellung erweist sich, sobald sie dem wirklichen Geschichtsablauf gegenübergestellt wird, als nach einem ganz groben Muster gestrickt: „Was nicht ins vorgegebene Bild passt, hat nicht stattgefunden!“

Dafür noch ein allerletztes Beispiel: auf der gleichen Seite 52 ist zu lesen: „In den 70er Jahren wurden auf sowjetischen Druck hin kubanische Söldner (!) in Angola eingesetzt.“ Wieso bemerkt Ihr nicht, und wieso stört es Euch nicht, dass Ihr die Sprache der FAZ, der imperialistischen Freunde der wirklichen Söldner, der vom südafrikanischen Apartheid-Regime gegen die MPLA gehetzten UNITA-Banden, sprecht? Hat Euch Eure Fixierung auf den „Kampf gegen die sozialimperialistische Sowjetunion“ und die „staatskapitalistischen Staaten in Osteuropa“ schon so verblendet, dass Ihr gar nicht mehr merkt, was Ihr treibt – nämlich eine offene, unverzeihliche Verleumdung revolutionärer Hilfe der kubanischen Freiwilligen für die vom Imperialismus und dessen Söldnerhaufen bedrängte antikoloniale und antiimperialistische angolanische Befreiungsbewegung?

Wie soll man bei solchen Stellungnahmen Eurerseits Eure Bekenntnisse zur proletarischen Revolution und zum Sozialismus und Eure Kampfansagen an Revisionismus und Imperialismus noch ernst nehmen?

> Welche Auswirkungen hatte der XX. Parteitag?

Recht haben alle, die im XX. Parteitag einen Wendepunkt sehen, jenen Punkt, an dem die Abwendung der KPdSU vom Marxismus-Leninismus und ihre Hinwendung zum Revisionismus in wichtigen Fragen der Ideologie und der praktischen Politik offiziell sanktioniert wurde. Zutiefst Unrecht haben aber jene, die diesen Wendepunkt mit der Verwandlung der Sowjetunion und auch noch gleich fast aller sozialistischen Staaten in kapitalistische Staaten gleichsetzen.

Nach Stalins Tod und der Übernahme der Parteiführung durch Chruschtschow setzten die Chruschtschow-Revisionisten einen Prozess der Denaturierung des Sozialismus, der Untergrabung seiner Fundamente, in Gang, in dem die Voraussetzungen dafür geschaffen werden sollten und in begrenztem Maße auch geschaffen wurden, um in einer zweiten Phase dieses Prozesses zu direkten Zerstörung des Sowjetsystems und zu seiner Überleitung in die Restaurierung des Kapitalismus übergehen zu können. Dieser Prozess durchlief verschiedene Phasen, sein Ausgang stand keineswegs von Anfang an fest.

> Hat man in der MLPD vergessen, bei Lenin nachzulesen?

Wenn ich sehe, was bei Euch aus der richtigen Erkenntnis, dass es sich bei Chruschtschow und seiner Richtung um Revisionismus handelt, geworden ist, dann fallen mir Lenins Worte aus dem „Radikalismus“ ein: Man kann „jede Wahrheit, wenn man sie ‚exorbitant’ macht, …wenn man sie übertreibt, wenn man sie über die Grenze ihrer wirklichen Anwendbarkeit hinaus ausdehnt, ad absurdum führen, ja sie wird unter diesen Umständen unvermeidlich absurd.“ (Lenin, Werke, Bd. 31, Berlin 1959, S. 47 f.)

Euer Kurzschluss, dass es genügt, wenn es einem als Leninisten getarnten Revisionisten und seiner Clique gelingt, Positionen in der Spitze von Partei und Staat zu besetzen, um aus der sozialistischen Sowjetunion einen kapitalistischen Staat zu machen, ist eine solche „exorbitante“ Übertreibung. Sie konnte nur entstehen, weil der Wahrheitsgehalt dieser Schlussfolgerung nicht an der Realität überprüft wurde, und sie kann sich nur halten, weil und solange die Wirklichkeit so zurechtgestutzt wird, dass sie in das vorgegebene Schema passt, wie am Beispiel des Kossygin-Zitats und seiner Kommentierung exemplarisch gezeigt wurde.

> Wie gelang es den Revisionisten, den Sozialismus zu beseitigen?

Nur mit einem wirklichkeitsfremden, undialektischen Schablonendenken kann man für möglich halten, dass gewissermaßen über Nacht, von heut auf morgen, aus der Partei Lenins, aus der kommunistischen Partei der Sowjetunion eine Partei der Wiederherstellung des Kapitalismus geworden sein könnte; aus der Roten Armee ebenso schnell ein imperialistische Eroberungsarmee geworden ist (mit den gleichen Mannschaften und den gleichen Kommandeuren!) aus den erprobten kommunistischen Arbeiterführern, wie Wilhelm Pieck, Maurice Thorez, Palmiro Togliatti, Dolores Ibarruri, Harry Pollit und vielen anderen nach dem XX. Parteitag plötzlich Renegaten und Verräter an der Sache geworden sind, denen sie ihr ganzes Leben geweiht haben.

Nein, rund vier Jahrzehnte Verteidigung des Sowjetmacht und sozialistischer Aufbau seit 1917 durch die Volksmassen hatten dazu geführt, dass der Sozialismus und die sowjetische Lebensweise fest und tief im Sowjetvolk verwurzelt waren. Wer sich offen als Feind dieser Ordnung und als Befürworter einer Rückkehr zum Kapitalismus zu erkennen gegeben hätte, den hätten die einfachen Menschen sofort den Sicherheitsorganen übergeben. Dessen waren sich die Feinde der Sowjetmacht in den imperialistischen Metropolen genauso bewusst wie ihre als Kommunisten getarnten Partner in der Sowjetunion.

  1. Erstens: Sie konnten sich deshalb überhaupt nicht das Ziel stellen, gewissermaßen im Handstreich die sozialistische Ordnung zu beseitigen und eine kapitalistische an ihre Stelle zu setzten. Sie waren sich vielmehr klar darüber, dass der Weg zur Restauration des Kapitalismus sehr lang und voller Risiken sein würde und deshalb nur ganz behutsam und Schritt für Schritt in Angriff genommen werden könnte.
Vor allem durfte er in keiner Phase als Weg zurück zum Kapitalismus erkennbar werden, sondern musste bis zum Schluss als Weg zur notwendigen Verbesserung des Sozialismus hingestellt werden.
  2. Zweitens war es nötig, die Verbundenheit der Massen mit ihrer Sowjetordnung zu untergraben und ihre Bereitschaft, diese Ordnung zu verteidigen, allmählich zum Erlöschen zu bringen.
  3. Drittens musste das Volk und mussten die Parteimitglieder dazu gebracht werden, im Imperialismus nicht mehr die Grundursache des Krieges, sondern einen Partner bei der Erhaltung des Friedens zu sehen, um auf diese Weise in der Ersetzung der Ideologie des Klassenkampfes durch die Idee der Klassenversöhnung nicht den grundsätzlichen Bruch mit dem Marxismus zu erkennen.

Um das Erste zu erreichen, wurde die Illusion erzeugt, alles, was in der Gegenwart geschehe, diene der raschen Herbeiführung des Kommunismus. Dabei waren sich die Demagogen vom Schlage Chruschtschows nicht nur darüber klar, dass die anfänglichen euphorischen Hoffnungen, die ihre Verheißungen von den bald erreichten „lichten Höhen des Kommunismus“ bei den Menschen erweckten, unvermeidlich in ihr Gegenteil, in tiefe Enttäuschung, in Hoffnungslosigkeit, Gleichgültigkeit und sogar Feindschaft gegen die Partei und die Sowjetmacht umschlagen mussten, sondern sie arbeiteten nach Kräften darauf hin, dass dieser Umschlag möglichst früh und radikal eintrat; denn dies war der Weg,

um das Zweite zu erreichen: Die Abtötung der Verbundenheit der Menschen mit ihrer Sowjetmacht. Die Chruschtschowschen „Reformen“ auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik erweisen sich bei genauem Hinsehen als eine gezielt gewählte Serie von Schädlingsmaßnahmen, deren Ergebnis nur die Desorganisation, die Produktion von Engpässen in der Versorgung der Bevölkerung und die wachsende Abhängigkeit der sowjetischen Wirtschaft vom imperialistischen Ausland sein konnte und tatsächlich auch war.

Das Dritte der angestrebten Ergebnisse wurde erreicht durch systematische Schürung der Furcht der Menschen vor dem Ausbruch eines Atomkrieges. Chruschtschow arrangierte mehrfach im Zusammenspiel mit den Führern des USA-Imperialismus Situationen, in denen der Ausbruch eines Atomkrieges zwischen den „Supermächten“ unmittelbar bevorzustehen schien – Berlin-Krise 1958, Kuba-Krise 1962 –, der dann „in letzter Minute“ durch direkte Verhandlungen Chruschtschows mit dem USA-Präsidenten – das wurde den Völkern, vor allem dem Sowjetvolk vorgespielt – „verhindert“ wurde. Auf diese Weise wurde schon unter Chruschtschow eingeübt, was unter Gorbatschow zur Vollendung gebracht wurde: Die Quintessenz des „Neuen Denkens“: Der Imperialismus ist nicht der Todfeind der Menschheit, der besiegt werden muss, sondern er ist der Partner, mit dem man vertrauensvoll zusammenarbeiten muss, um die Menschheit vor dem Atom-Inferno zu bewahren.

> Hat Gorbatschow die Sowjetunion vor dem Verfall gerettet?

Erst wenn der so kraftvolle Organismus des Sozialismus soweit geschwächt, die Wirtschaft desorganisiert, die Massen mit den bestehenden Verhältnissen so unzufrieden und ideologisch so verwirrt sind, dass sie angebliche Reformen zur Stärkung des Sozialismus, die in Wahrheit konterrevolutionäre Maßnahmen zur endgültigen Demontage der Sowjetmacht sind, von wirklichen Schritten zu deren Festigung nicht mehr unterscheiden können – wie unter Gorbatschow –, erst dann kann von der Unterwühlung und Aushöhlung der Sowjetmacht zu ihrer Liquidierung, zur Restauration des Kapitalismus übergegangen werden.

Wer meint, der XX. Parteitag habe genügt, in der Sowjetunion den Kapitalismus zu restaurieren, der hat keine Vorstellung von der Festigkeit und Lebenskräftigkeit der von den Volksmassen unter der Führung Lenins und Stalins in über drei Jahrzehnten geschaffen Sowjetmacht; der setzt die Massen mit der Handvoll revisionistischer Abtrünniger gleich oder aber betrachtet die Massen als bloße Manövriermasse in der Hand solcher Abtrünniger.

Nein, der Prozess, mit dem wir es zu Zeiten Chruschtschows und Breshnews zu tun hatten, war nicht der Prozess der Wiederherstellung des Kapitalismus, sondern dessen Vorbereitung durch den Prozess der Unterminierung der Unterminierung der Grundlagen des Sozialismus und der Denaturierung der sozialistischen Lebensweise. Erst nachdem dieser Prozess den Sozialismus bis zur Unkenntlichkeit entstellt hatte, konnte der Angriff mit dem Ziel seiner völligen Zerstörung eröffnet werden. Das geschah dann unter dem Banner der „Perestroika“.

> Wie muss man die Machtkämpfe in der KPdSU bewerten?

Um zu zerstören, was in 36 Jahren aufgebaut worden war, brauchten die Konterrevolutionäre von Chruschtschow bis Gorbatschow 38 Jahre. Diese 38 Jahre waren angefüllt mit einem erbitterten, unaufhörlichen Kampf zwischen den Revisionisten auf der einen, den Verteidigern der marxistisch-leninistischen Positionen auf der anderen Seite. Wer die Augen offen hatte, konnte diesen Kampf nicht übersehen, durchbrachen seine eruptiven Äußerungen an bestimmten Höhepunkten doch die Hülle einer äußerlichen, scheinbaren Einheit: man denke nur an die Absetzung Chruschtschows im Juli 1957 durch das Präsidium des ZK der KPdSU und die darauf folgende Rache Chruschtschows an Molotow und Kaganowitsch, die er auf dem Juli-Plenum des Rumpf-ZK aus der Führung ausstoßen ließ.

Bereits im November 1957 erfolgte aber der Gegenstoß der antirevisionistischen Kräfte auf der Moskauer Konferenz der Kommunistischen und Arbeiterparteien durch die Verurteilung des Revisionismus als der Hauptgefahr in der kommunistischen Bewegung.
Chruschtschow und seine Leute brauchten dann vier Jahre, bis sie – auf dem 22. Parteitag der KPdSU eine erneute Offensive unternahmen und den Parteiausschluss von Molotow und Kaganowitsch durchsetzten. Den Forderungen, auch noch weitere Gegner Chruschtschows, darunter der legendäre Bürgerkriegsheld Woroschilow, aus der Partei zu stoßen, widersetzte sich jedoch der Parteitag und zeigte auf diese Weise, dass die Chruschtschow-Clique die Partei noch keineswegs fest in der Hand hatte. Das wurde vollends offenbar, als das Oktoberplenum 1964 endlich dem Unwesen Chruschtschows an der Spitze der Partei ein Ende bereitete, indem es seine Absetzung beschloss statt aber daraus eine volle Rückkehr auf den Boden des Marxismus-Leninismus zu machen, wurde Chruschtschows „Kronprinz“ Breshnew zum Nachfolger gewählt. Das Kräfteverhältnis in der Parteiführung war nun derart, dass die Revisionisten nicht mehr im Stande waren, ihre Sache mit dem gleichen Nachdruck voranzutreiben, wie das zu Chruschtschows Zeiten geschehen war. Sie beschränkten sich darauf, eine gründliche Auseinandersetzung mit dem „Chruschtschowismus“ und eine Aufdeckung seines konterrevolutionären Wesens zu verhindern und auf diese Weise nach und nach jüngere Funktionäre der „Generation des XX. Parteitages“, solche vom Schlage Gorbatschows, in wichtige Parteifunktionen aufrücken zu lassen.

> Warum blieb das wahre Gesicht der Revisionisten so lange verborgen?

Als im März 1984 nach dem plötzlichen Tode des Breshnew-Nachfolgers Juri Andropow – der nur 15 Monate an der Spitze der Partei gestanden hatte – der schwerkranke, bereits 72 Jahre alte Tschernenko als neuer Generalsekretär präsentiert wurde, waren sich ziemlich alle Kommentatoren darin einig, dies als Symptom dafür zu bewerten, dass um die Nachfolge Andropows heftige Kämpfe im Gange waren, die noch nicht zur Entscheidung geführt hatten, weshalb mit Tschernenko eine “Zwischenlösung” eingeschoben worden war.
 Zugunsten welcher Richtung der Machtkampf hinter den Kulissen schließlich entschieden worden war, das blieb auch einige Zeit nach der Amtsübernahme durch Gorbatschow Nicht-Eingeweihten ein Fragezeichen, da Gorbatschow, um seine Position zu festigen, zunächst sein wahres Gesicht und seine wirklichen Absichten nicht offenbarte, sondern sich den Anschein eines kämpferischen Antiimperialisten und felsenfesten Leninisten gab.

Kurt Gossweiler

(Nur um die persönliche Einleitung gekürzt.)

Quelle: http://kurt-gossweiler.de/?p=770
 – Zur besseren Übersicht hat Sascha 17 Fragen eingefügt.

Kurt Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD
Mit einer 17-teiligen Gliederung zur besseren Übersicht von Sascha


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»Die Lehre von der Denkweise«

„Diese grundlegende Linie der MLPD erschien 1995 als Buch „‚Der Kampf um die Lehre von der Denkweise in der Arbeiterbewegung‘) von Stefan Engel. Eine ‚ML-Partei‘ lässt die Grundlagen des Marxismus bestehen, es habe aber eine „Verschiebung“ stattgefunden, die nur sie bemerkt habe: die Marxisten-Leninisten hätten bisher nicht die Bedeutung der Denkweise im Klassenkampf erkannt. Die Bedeutung der Denkweise sei in die Theorie und Praxis der Befreiung des Weltproletariats einzuführen, weil sich die soziale Zusammensetzung der westdeutschen Studentenschaft nach 1945 verändert habe, ja zu einer ganzen Lehre von der Denkweise, zu einer neuen Theorie ist dies alles ausgearbeitet worden und es versteht sich fast von selbst, dass zum Beispiel der Zusammenbruch der aus der Oktoberrevolution hervorgegangenen Gesellschaftssysteme zurückzuführen sei auf eine kleinbürgerliche Denkweise von Revisionisten. Diese weltgeschichtliche Bedeutung soll also die westdeutsche Studentenschaft nach 1945 gehabt haben.

In der Tat ist aber die Lehre von der Denkweise keine Weiterentwicklung der marxistischen Theorie, sondern eine ziemlich lokal – bornierte Angelegenheit, die sich wohl nur im theorielastigen, zurückgebliebenen Deutschland bilden konnte, dem träumerischen und duseligen deutschen Volk sagte schon immer mehr die Flucht in das Denken zu, statt die harte Wirklichkeit konkret zu analysieren. Eine rühmliche Ausnahme bildeten Marx und Engels, die in der „Deutschen Ideologie“ diesen Sachverhalt genau beschrieben. Ändere ich meine Denkweise, so ändert das an der Wirklichkeit nichts, ich sehe diese nur anders. Die ganze Geschichte der Philosophie ist ein fortlaufender Beweis, dass die Denker die Wirklichkeit stets anders dachten, einschließlich der Linkshegelianer, an deren Kritik Marx und Engels den historischen Materialismus entwickelten. „Diese Forderung, das Bewußtsein zu verändern, läuft auf die Forderung hinaus, das Bestehende anders zu interpretieren, d.h. es vermittelst einer anderen Interpretation anzuerkennen.“ Die MLPD ist so mit die konservativste Partei in Deutschland. Bevor das menschliche Bewusstsein essentiell wurde in der Geschichte, gab es Essentielleres: elementare menschliche Bedürfnisse und die daraus entspringenden neuen Bedürfnisse, Familie und Zusammenwirken mehrere Produzenten. „Jetzt erst, nachdem wir bereits vier Momente, vier Seiten der ursprünglichen geschichtlichen Verhältnisse betrachtet haben, finden wir, daß der Mensch auch „Bewußtsein“ hat.“

So schrieb Heinz Ahlreip 2018 in seinem Aufsatz: „Wie die Lebensweise der Menschen, so ist ihre Denkweise

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.Literaturhinweise.

Kritik an Stefan Engels „Morgenröte der internationalen sozialistischen Revo-lution“ und den Positionen der MLPD

Im November 2019 erschien im Verlag Arbeit Zukunft eine Broschüre, die sich mit den Theorien der MLPD zur internationalen Revolution kritisch auseinandersetzt. Darin werden die gravierenden Irrtümer dieser Theorie, ihre Nähe zu den Opportunisten Kautsky und Trotzki aufgezeigt. Es wird aber auch zu der idealistischen Herangehensweise vieler Linker kritisch Stellung genommen, die sich Zitate von Marx, Engels, Lenin, Stalin wie im Baukastenprinzip zusammensuchen, um ihre Theorien zu „beweisen“. 
Das Heft erschien als Sondernummer des „Roten Stern“, des theoretischen Organs der Organisation für den Aufbau einer Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands.
(32 Seiten, 1 Euro zuzüglich Porto)
Bestellungen an:
 Verlag AZ | Postfach 401051 | 70410 Stuttgart |
 eMail: 
info@arbeit-zukunft.de

Staatskapitalismus? Sozialimperialismus? MLPD?
Zur Analyse der konterrevolutionären Funktion dieser Thesen über den Sozialismus und zur Analyse der MLPD
offensiv 7-2018: Zeitschrift für Sozialismus & Frieden 7/2018 Spendenempfehlung: 3,00 €
Bestellungen an:
 Red. Offensiv | Frank Flegel, Gerhart-Hauptmann-Strasse 14 | 37194 Bodenfelde-Wahmbeck
Tel. und Fax: 05572–999 22 42 | eMail: FOffensiv@aol.com
Staatskapitalismus? Sozialimperialismus? MLPD?

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.Hinweise auf weitere Texte.

– MLPD: Nikolausfeiern von Rebell und Rotfüchsen

– »Rote Fahne« der MLPD propagiert trotzkistische Hetze gegen die Oktoberrevolution

– Die Klimagenies der MLPD

– „Götterdämmerung“ über Stefan Engel – Antwort auf die Angriffe von Stefan Engel

– Die braunschwarze „Pfanne“: MLPD gemeinsam mit dschihadistischen Mördern und Terroristen

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Der Inhalt von verlinkten und zitierten Texten muss nicht immer der Meinung der Redaktion entsprechen

Für die Hilfe bei der Erstellung dieses Artikels bedanken wir uns bei Norbert G., Diehard Möller u. A.

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11 Kommentare

  1. Eine kommunistische Partei kann nur eine sein, die konsequent am gesellschaftlichen Ziel einer klassenlosen und herrschaftsfreien Gesellschaft aus Freien und Gleichen arbeitet.
    Die Selbstbefreiung der beherrschten Klasse ist nicht von der gemeinsamen kollektiven Befreiung aller Individuen von Ausbeutung und Unterdrückung zu trennen.

    Emanzipatorisches Bewusstsein, die Antwort auf die emanzipatorische Frage,
    ist Voraussetzung und Grundlage sowohl für die Antwort auf die soziale Frage als auch die Antwort auf die ökologische Frage.
    Sie sind alle drei nicht voneinander trennbar.

    Es bleibt dauerhaft eine Frage, wieviel Kommunismus in einer Partei und jeglicher Organisation steckt, die nicht auch die eigenen hierarchischen Strukturen hinterfragt und zur Disposition stellt.

    Die Frage betrifft nicht nur die MLPD.

    Sie wird womöglich eine Frage der Glaubwürdigkeit für jede linke Alternative, die es sehr ernst zu nehmen gilt.
    Auf dem politischen Weg zum gesellschaftlichen Ziel gerade auch im Verhältnis von Organisationen zu und unter einander.

  2. Die MLPD wünscht keine Zusammenarbeit z.B. mit der DKP. Warum? So können wir keine Einheit der Kommunisten erreichen, die dringend nötig wäre.

    • Das ist doch bischen kurz! Was steckt dahinter? Warum ist das so?

      Ebenfalls könnte man schreiben: Die DKP wünscht keine Zusammenarbeit mit der KPD (siehe das Theater von Genosse Köbele und der SDAJ anläßlich des Festaktes für Ernst Thälmann in der Thälmann Gedenkstätte, in Hamburg am 16. April 2020).
      Mit der Feststellung das die MLPD keine Zusammenarbeit mit der DKP wünsch, können wir die Frage die den Artikel als Titel ziert, nicht beantworten.

  3. Meine Antwort auf Kurt Gossweiler: »Zu den Positionen der MLPD«, zu Sowjetunion und DDR.

    ● Genosse Gossweiler gibt keine Antwort auf das Massenbewusstsein der werktätigen Völker der Sowjetunion. Mit der sozioökonomischen Entwicklung der Bauernschaft zur Arbeiterklasse in den 1920 und 1930er Jahren entwickelte sich kein revolutionäres Klassenbewusstsein der sowjetischen Arbeiterklasse.

    Auch mit der Bewusstseinsentwicklung im Weltkrieg und in den Jahrzehnten danach, konnte sich kein revolutionäres proletarisches Klassenbewusstsein bei den Sowjetvölkern herausbilden, welches die konterrevolutionäre Umwälzung in den Kapitalismus hätte verhindern können.

    Nur ein revolutionäres Massenbewusstsein/Klassenbewusstsein, der proletarischen Mehrheit (der Arbeiterklasse), hätte die Wendung zum Kapitalismus nachhaltig verhindern können. Ebenso, die opportunistische Zersetzung der gesamten Mitgliedschaft der KPdSU und deren Führungskadern auf allen Ebenen und in allen Republiken der UdSSR. *

    * Die neue Bourgeoisie nach dem Ende der UdSSR rekrutierte sich ebenso wie auf allen (neuen) Führungsebenen von Staatsbürokratie und kapitalistischer Gesellschaftsordnung vor allem aus vormaligen Mitgliedern und (vormaligen) Kadern/Führungskadern der implodierten KPdSU/UdSSR.

    ►Zum Ende der KPdSU und UdSSR hat es keinen (nennenswerten) Widerstand aus der (sozioökonomischen) Arbeiterklasse gegen die konterrevolutionäre Entwicklung gegeben.

    ● Noch kurz zur implodierten DDR

    Nach 1933 und vor allem nach den Olympischen Spielen (1936) erreichte die NSDAP einen (freiwilligen) Mitgliederbestand zwischen 8 und 9 Millionen (vgl. Pätzold/Weißbecker: Geschichte der NSDAP). Jede zweite deutsche und österreichische Familie hatte ihren freiwilligen Kameraden in der NSDAP. Der statistische Anteil der [freiwilligen] Arbeiter in der NSDAP lag bei 30 Prozent der Mitgliedschaft. Damit hatte die NSDAP mehr Arbeiter aus der Arbeiterklasse in ihren Reihen als vor 1933 in der Weimarer Republik die SPD und KPD in ihrer jeweiligen Parteienentwicklung zusammengenommen.

    Der Übergang der deutschen Arbeiterklasse nach 1933 zur ideologischen und tiefenpsychologischen Volksgemeinschaft – zwischen Kapital und Arbeit – konnte auch nach Kriegsende 1945 nicht überwunden werden. Ebenso, nicht in Westdeutschland und auch nicht in Ostdeutschland, so auch nicht nach der Staatsgründung der DDR 1949.

    Auch aus der nachhaltigen ideologischen und tiefenpsychologischen Vernichtung des proletarischen Klassenbewusstseins, vor und nach 1933, erklärt sich der sog. Volksaufstand von 1953 und die gesellschaftspolitische Selbstaufgabe und Implosion der SED und antiimperialistischen DDR. **

    ** Siehe hierzu auch die hohe Wahlbeteiligung und das anteilige Wahlergebnis zur Volkskammerwahl vom 18. März 1990. Ebenso, die kapital-faschistische Bewusstseinslage bei Teilen der werktätigen Bevölkerung Deutschlands bis heute.

    Literatur und Lese-Empfehlung:

    ● Kurt Pätzold/Manfred Weißbecker: Geschichte der NSDAP 1920 bis 1945.
    ● Sebastin Haffner: Der Verrat 1918/1919 – als Deutschland wurde, wie es ist.
    ● Wilhelm Reich: Die Massenpsychologie des Faschismus.
    ● S.L. Rubinstein: Sein und Bewusstsein.
    ● Rainer Mausfeld: Warum schweigen die Lämmer?

    Nachtrag:

    Auch die heutige »DKP« ist analog wie »Die Linke« eine bürgerliche Partei.

    Beweis: die idealistische Position der kleinbürgerlichen DKP zum »Sozialismus chinesischer Prägung«.

    ►Vergleiche das aktuelle Schriftgut der DKP zu China und die Publikationen der (marxistischen) DKP zur antikommunistischen Transformation und Konvergenz Partei Chinas, der KP China, vor der abschließenden ideologischen und gesellschaftspolitischen Selbstauflösung und Implosion der SED und DDR in den 1970er und 1980er Jahren.

    ►Siehe auch hierzu die inhaltlichen Ausführungen von Karl Marx und Friedrich Engels, so in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert, im »Manifest der Kommunistischen Partei« über »2. Der konservative oder Bourgeoissozialismus«.

    Info-Empfehlung:

    ● eine Internet-Recherche: Chinas Sozialismus der Milliardäre

  4. Guten Tag zusammen, nur zur Info:

    DKP-Sekretariat lehnt Gesprächsangebot der MLPD ab – nicht zum ersten Mal

    Gabi Fechtner, Vorsitzende der MLPD, unterbreitete am 22. November 2017 dem DKP-Vorsitzenden Patrik Köbele und dem DKP-Vorstand erneut einen Vorschlag zur Zusammenarbeit.

    Donnerstag, 01.02.2018, 15:47 Uhr: Gabi Fechtner begründet diesen Vorschlag in einem Brief vor allem mit der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung: „Der Rechtsruck verschiedener imperialistischer Regierungen – wie auch der deutschen – nimmt erheblich zu. Ebenso verschärft sich die (Welt-)Kriegsgefahr. Die Angriffe auf die sozialen Errungenschaften und demokratischen Rechte und Freiheiten der Arbeiterklasse und der breiten Massen mehren sich, ebenso die Anzeichen für einen beschleunigten Übergang in die globale Umweltkatastrophe.“

    Sie schlägt angesichts dieser Situation vor, dass MLPD und DKP erneut ein gemeinsames Gespräch führen: „Es ist klar, dass wir uns in den strategischen und langjährig begründeten grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten nicht werden einigen können. Wir sehen aber einen Zeitpunkt, an dem man diese strategischen Meinungsverschiedenheiten nicht über die Möglichkeit einer taktischen Zusammenarbeit stellen sollte – in den Fragen, in denen man sich einig ist.“

    https://www.mlpd.de/2018/kw04/dkp-sekretariat-lehnt-gespraechsangebot-der-mlpd-ab-nicht-zum-ersten-mal

    • Auch dieser Tatbestand beantwortet uns nicht einmal in Teilen die Frage ob die MLPD eine kommunistische Partei ist. Ist sie es nicht wird sie es garantiert auch nicht durch die Zusammenarbeit mit der DKP.

  5. Meine Erfahrungen mit der MLPD

    Ich habe an Schulungen und Aktionen der MLPD in Schleswig-Holstein und NRW teilgenommen. Alle Mitglieder habe ich als zuvor Komment, interessiert an eigenen Problemen und freundlich kennengelernt. Ist das schon Klassensolidarität? Ich wage es, zu bezweifeln, nachdem ich zwei ehemalige Genossen der MLPD kennenlernte und sie mir von ihren Erfahrungen berichteten. Sie selber waren in der mittleren Führungsebene und Schulungsleiter. Da war die Rede von einstudiertem Verhalten und psychologischen Tricks, wenn es darum ging ein neues Mitglied zu gewinnen. Besonders hart wurde es für diejenigen, die Austrittswünsche äußerten. Die beiden berichteten davon, dass solche Genossen massiv unter Druck gesetzt wurden, bis hin zur Erpressung. Lassen wir es dahingestellt sein, ob es Einzelfälle waren oder ein grundsätzliches Vorgehen der MLPD in solchen Fällen.
    Was aber gut dazu passt, ist die komplette Show Namens „Montagsmahnwache“. Ich konnte so eine Inszenierung mehrmals in Köln vor der Domplatte miterleben. Da treffen sich jeden Montag ein Haufen MLPDler und enge Sympathisanten, stellen sich im Kreis auf und spielen Volksdemokratie, das geht dann so: Eine MLPD-Moderatorin spricht ein Problem via Verstärkeranlage an und fragt, wer dazu etwas sagen möchte. Dann meldet sich der erste MLPDler und bekundet, zuerst einmal das er Proletarier ist. Dann gibt er seine Meinung kund. Daraufhin die Moderatorin: „Dagegen kann man etwas machen, lies doch einmal die »Rote Fahne«, da wird über so etwas geschrieben und es werden Antworten gegeben“. Der „Mann aus dem Volk“ bedankt sich höflich für diesen Tipp. Danach die MLPD-Moderatorin: „Möchte noch jemand etwas sagen?“. Keine Wortmeldung… Danach ging sie mit dem Funkmikro rum und hält es einigen entgegen. Ein Mann sagt dann: „Ich wähle das nächste Mal die MLPD“. „Oh“ sagt die Moderatorin, „kannst Du uns sagen wofür diese vier Buchstaben stehen?“. Der befragte antwortet etwas schüchtern: „Also, das ist die Marxistisch-leninistische Partei Deutschlands, und die gibt es auch hier bei uns in Köln…“. Danke sagt MLPD-Moderatorin, kann uns jemand mehr darüber sagen? Natürlich meldet sich ein Mann der „zufällig“ das komplette Wahlprogramm dabeihat und nun recht lange daraus vorliest…
    Grrrrrr, das kräuseln sich bei mir die Fußnägel und ich trat zurück, um nicht in den Verdacht zu kommen, zu dieser Schauspieltruppe zu gehören.

    Ein paar Passanten blieben dann auch stehen, aus Neugierde, aber sie blieben meist nicht lange. Ist das Schauspiel so schlecht, das es schnell durchschaut wird oder ist es einfach zu langweilig?
    Ich jedenfalls finde es widerlich, den mit Einkaufstaschen beladenen Manschen, so ein Schauspiel zu bieten, sie zu belügen und ihre Unkenntnis über diese Truppe aus zu nutzen. Kommunistische Überzeugungsarbeit stelle ich mir anders vor. Da steht Ehrlichkeit, gutes Hintergrundwissen und Klassensolidarität an erster Stelle – Lügen und Verarschung sind hier fehl am Platze.

    Auch ist dieses Schmierentheater keine Weiterentwicklung des Agit-Prop-Theaters der KPD-Thälmanns und der KPD/ML. Es ist einfach nur eine bürgerlich Marketingstrategie von Menschen die es besser wissen sollten.

    Wenn man die MLPD nach diesem Verhalten misst, lautet die Antwort auf die Frage „Ist die MLPD eine Kommunistische Partei?“ eindeutig NEIN.

  6. Da kann man immer wieder nur den Link unten posten – selbsterklärend, dieser Artikel der MLPD-„Rote Fahne“, worin steht: „Wenn wir heute des Mauerbaus gedenken, dann umfasst das auch die Freude über den Fall der Mauer 1989, als die Massen in der ehemaligen DDR nicht mehr zu halten waren und mutig und entschlossen die Wiedervereinigung erkämpften.“
    Wer schreibt sowas? Wessen Interessen werden hier bedient?
    https://www.rf-news.de/…/50-jahre…

  7. „Rote Fahne“ ist ein Querfront Blatt, da schreiben auch Faschisten, Antisemiten und Rassisten, kann man in die Tonne kloppen. Dort wird auch gegen Flüchtlinge, Migranten und die multikulturelle Gesellschaft gehetzt, wenn man die Artikel liest, könnte man denken das ist der Stürmer vom Nazihetzer Julius Streicher.

  8. Meine Erfahrungen mit der MLPD sind eher gering, da sie bei uns in Bremen keinen Einfluss hat. Sie vertritt halt eine maoistische Richtung und ist daher theoretisch abzulehnen.
    Im Pott sind sie stark und haben auch Erfolg mit politischen Aktionen.
    Trotzdem sind sie keine Sozialist*innen im marxschen Sinne.

  9. Neuerscheinung zum Bourgeoissozialismus chinesischer Prägung im 21. Jahrhundert:

    Die »Sinisierung des Marxismus« und der »Aufbau einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit« zwischen Arbeit und Kapital.

    Frage: Demnächst auch als Pflichtlektüre für die bürgerliche Linke und DKP?

    Eine Bereitstellung von Reinhold Schramm

    »Neuerscheinung: Dritter Band von Xi Jinpings „China regieren“ in chinesischer und englischer Sprache veröffentlicht.«

    Beijing Rundschau · 30.06.2020 · Quelle: China heute

    »Erhältlich als Hardcover und Softcover, in Englisch und Chinesisch: Band 3 von Xi Jinpings Werk „China regieren“«

    »Vor kurzem ist der dritte Band von Xi Jinpings Werk „China regieren“ in chinesischer und englischer Sprache erschienen, wie die Nachrichtenagentur Xinhua am 30. Juni vermeldete. Das Buch wurde vom Presseamt des Staatsrates, das zur Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des Zentralkomitees der KP Chinas gehört, in Zusammenarbeit mit der Forschungsakademie beim Zentralkomitee der KP Chinas für die Geschichte und Literatur der Partei und dem Chinesischen Amt für die Herausgabe und den Vertrieb fremdsprachiger Publikationen zusammengestellt. Veröffentlicht wird die Buchreihe vom Verlag für fremdsprachige Literatur. Das Werk richtet sich an Leserinnen und Leser im In- und Ausland. {…}
    Vgl. http://german.beijingreview.com.cn/China/202006/t20200630_800212185.html

    Karl Marx und Friedrich Engels im „Manifest der Kommunistischen Partei“ zum konservativen oder Bourgeoissozialismus:

    „Seinen entsprechenden Ausdruck erreicht der Bourgeoissozialismus erst da, wo er zur bloßen rednerischen Figuir wird.

    Freier Handel! im Interesse der arbeitenden Klasse; Schutzzölle! im Interesse der arbeitenden Klasse; Zellengefängnisse! im Interesse der arbeitenden Klasse: das ist das letzte, das einzige ernst gemeinte Wort des Bourgeoissozialismus.

    Der Sozialismus der Bourgeoisie besteht eben in der Behauptung, daß die Bourgeois Bourgeois sind – im Interesse der arbeitenden Klasse.“ *

    * Ein Auszug, vgl.: Marx/Engels: Manifest der Kommunistischen Partei. Dietz Verlag Berlin 1970.
    Das „Manifest“ verfassten Karl Marx und Friedrich Engels im Dezember 1847 und Januar 1848.

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