Wochenrückblick 38. Kalenderwoche 2021

Zurückblickend auf die letzten Tage sind uns einige kommentierbare Vorkommnisse ins Auge gefallen, die wir hier zur Diskussion stellen.
(Kommis bitte unten eintragen!)
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21. September | »#Unteilbar« –
Beschwichtigungsshow kurz vor der Wahl

Unter dem Motto »#unteilbar – Für eine solidarische und gerechte Gesellschaft« rief ein breites Bündnis dazu auf, am 4. September in Berlin zu demonstrieren. Die Bündnispartner bestanden aus antirassistischen Gruppen der Krankenhaus- und Care-Bewegung, Mieter-Initiativen, Menschenrechtsorganisationen, antifaschistische Gruppen, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, feministische und „queere Gruppen”, netzpolitische Organisationen sowie Teile der Anti-Kriegs- und Klimabewegung.
»RoterMorgen« berichtete
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21. September| Fast Zweimillionen
Kollegen/innen durch „Arbeit“ getötet“

Im Jahr 2016 starben weltweit rund 1,9 Millionen Menschen an den Folgen schlechter Arbeitsbedingungen. In Deutschland waren es täglich 66 Menschen die die Folgen von Arbeitshetze, Luftverschmutzung am Arbeitsplatz, Schichtarbeit und fehlenden Sicherheitsvorkehrungen nicht überlebten.
»RoterMorgen« berichtete
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22. September | Tarifticker 38/2021
Aktuelle Kurzmeldungen zu den laufenden Tarifverhandlungen und Arbeitskämpfen der Kollegen/-innen im deutschsprachigen Raum.
»RoterMorgen« berichtete
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22. September | Happy Birthday Dean Reed
Heute, auf den Tag genau, wurde in Boulder, einem kleinen Ort bei Denver in Colorado, der Mann geboren, den viele Menschen auf diesem Globus als Sänger, Schauspieler, Regisseur, Friedenskämpfer und unermüdlichen Kämpfer, für eine bessere Welt, in Erinnerung und in ihr Herz geschlossen haben.
Volkskorrespondentin KikiRebll berichte auf »AmericanRebel«
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23. September | ¡El pueblo unido jamás será vencido! –
Ein vereintes Volk ist nicht zu besiegen!
Nach dem Putsch in Chile 1973, bei dem das Militär den demokratisch gewählten, sozialistischen Präsidenten Salvador Allende stürzte, wurde dieses wundervolle Lied zum Symbol des Widerstands gegen die faschistische Diktatur Augusto Pinochets.
Die Musik schrieb der bekannte chilenische Komponist Sergio Ortega, der nach dem Militärputsch 1973 nach Frankreich ins Exil ging. Den Text verfasste die chilenische Gruppe Quilapayún, die am Tag des Putsches auf einer Europatournee in Frankreich war und nicht zurückkehren konnte; ihre Mitglieder lebten bis 1988 im Exil.

Fiete Jensen berichtete auf »ElCantor«
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23. September | BIP-Aktuell #187: Wie den
Palästinenser/innen die Menschenwürde genommen wird

Die israelischen Medien entmenschlichen die Palästinenser/innen, indem sie eine andere Terminologie verwenden, wenn sie über Palästinenser/innen und Juden/-innen schreiben und dabei die offiziellen Verlautbarungen von Militär und Polizei übernehmen, ohne sie zu hinterfragen. Die Folge dieser Methode: Sie ermöglicht es den israelischen Streitkräften, Gewalt gegen die palästinensische Zivilbevölkerung anzuwenden, ohne dass dies Konsequenzen nach sich zieht.»Das Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern BIP e.V.« berichtete

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23. September | Vivantes: „Der Normalzustand
gefährdet die Patient/tinnen, nicht der Streik“

Seit mittlerweile zwei Wochen streiken die Pflegekräfte der Charité- und Vivantes-Kliniken, sowie Angestellte diverser Tochterunternehmen für bessere Arbeitsbedingungen. Diese sind sowohl für die Gesundheit der Angestellten, als auch der Patienten/-innen dringend notwendig: Überlastung, Unterbesetzung und damit eine Gesundheitsversorgung auf Minimalniveau brachten die Arbeitenden auch schon vor der Pandemie vielfach an ihre Belastungsgrenzen. Doch obwohl es im letzten Jahr viel Aufmerksamkeit für das Thema gab, hat sich nichts verändert. Das macht diesen Streik umso notwendiger. Um mehr über die Hintergründe, den aktuellen Stand und den Streikalltag zu erfahren, waren wir heute bei der Vivantes-Zentrale, wo momentan über die Forderungen verhandelt wird.

»The Lover Class Magazine« berichtete
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23. September | 2022: Die Armen erhalten lächerliche
10 Cent mehr Sozialleistungen pro Tag!

Rosige Zeiten für mich und alle Bezieher/innen von Sozialleistungen! Zum Jahresbeginn 2022 werden die Regelleistungen angehoben. Der Eckregelsatz soll um 3 Euro steigen. 3 Euro mehr Hartz-IV oder Sozialhilfe im Monat entsprechen 10 Cent am Tag, einer Anhebung von nicht einmal 1 Prozent und das in einer Zeit, in der die Inflationsrate in Deutschland bei 3,8 Prozent liegt und zum Ende des Jahres weiter steigen könnte. Schon daraus ergibt sich eine reale Kürzung.
»RoterMorgen« berichtete
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24. September |
1871 bis 2021 »DIE INTERNATIONALE«

Es ist etwas ruhiger geworden um unsere „Internationale“ im Jahr ihres einhundertfünfzigsten Geburtstages. „Ruhiger“ aber nicht „ruhig“, denn sie ist ein Spiegel des Bewusstseins der internationalen Arbeiter/innenbewegung.
»RoterMorgen« berichtete

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25. September | Streikaktionen der Kollegen/innen
der italienischen Luftfahrtindustrie

Schon seit einigen Tagen kommt es immer wieder zu Streiks und Protesten rund um Alitalia und ITA zu denen unter anderem die Basisgewerkschaft USB aufruft. Hunderte von streikenden Kolleginnen und Kollegen haben im Zuge dessen am Freitag die Autobahn zum Flughafen Fiumicino in Rom blockiert, um gegen die Pläne der Regierung zu demonstrieren.
»RoterMorgen« berichtete

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25. September | Störaktion: Rechtsextreme versuchen
Mitarbeiter der Diözese Linz einzuschüchtern

Linz. Erst vor rund zwei Monaten wurde bekannt, dass sich die rechtsextremen Identitären in Steyregg ein Haus gekauft haben. In der Liegenschaft planen sie die Errichtung eines „patriotischen Großprojektes“. Der KZ-Verband/VdA OÖ warnte in diesem Zusammenhang eindringlich davor, dass die Nachbarstadt von Linz zum Hotspot der rechtsextremen Szene in Oberösterreich werden könnte. Insbesondere durch die unmittelbare Nähe zum Zentralraum, gab es bereits nach Bekanntwerden große Befürchtungen, dass es auch in Linz zu verstärkten Aktivitäten der Rechtsextremen kommen werde.
»Zeitung der Arbeit« berichtete.
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26. September |
Ein DDR-Arbeiter gibt zu Protokoll:
Mit Presslufthammer & Maurerkelle

Kaum zu glauben: Ein Mann erbaute 70 Schornsteine, reparierte 45 und riss 12 voller Schmerz nach der Wende 1989 wieder ab, genannt die Abbruchzeit. Von 1959 bis 1990 schuftete er im Schweiße seines Angesichts an 324 Baustellen in der DDR. Legte 527.020 laufende Meter im Steigegang zurück. War stolz auf seinen Beitrag, volkswirtschaftlich wichtige Betriebe mit in Gang zu halten. Und stellt nüchtern und ohne Gehabe am Schluss seiner arbeitsreichen Zeit, die keine Arbeitslosigkeit kannte, fest: „Ich habe mein ganzes Leben hart gearbeitet und mich nie um die große Politik gekümmert.
Manfred Otto: Stein auf Stein dem Himmel entgegen. Aus dem Arbeitsleben eines Schornsteinmaurers/Zwischen Aufstieg & Abstieg / Zwischen Aufbruch & Abbruch, Edition Märkische Reisebilder, 1. Auflage 2018, 370 Seiten, Verlagsprogramm: www.carlotto.de, ISBN 978-3-934232-98-3, Telefon: 0331/270 17 87, Preis: 25 Euroosigkeit kannte, fest: „Ich habe mein ganzes Leben hart gearbeitet und mich nie um die große Politik gekümmert.


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Die Redaktionen
danken den Volkskorrespondenten/-innen Hosteni, Zeki, Nico,

KikiRebel, Rui-Filipe, Sascha, Kalle, Heinrich, Klaus, Fiete, Reinhold u. A.
für die Unterstützung bei der Erstellung.
Dieser Rückblick erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Verlinkte- und mit Namen gekennzeichnete Texte müssen
nicht in allen Punkten den Meinungen unserer Redaktionen entsprechen.
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»Wochenrückblick« ist ein Projekt von
Schickt uns Eure Kurzberichte
und Veranstaltungshinweise!
eMail: Wochenrueckblick@gmx.net
Redaktionsschluss: Jeden Sonntag 20:00 Uhr

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2 Kommentare

  1. Deutsche Geschichte

    Als Deutschlands Arbeiterklasse wurde, wie sie im September 2021 ist.

    »Kürzlich war auf den NachDenkSeiten ein kleiner Essay zu lesen (1. „Die Wahlen sind wie eine Pralinenschachtel.“). Darin kam die Ratlosigkeit des Autors Jens Berger zum Vorschein, die mich an meine eigene erinnerte. Einerseits ist die Wahl offen wie selten, die Spitzenpositionen wechseln fast schon täglich. – Von Tom J. Wellbrock.« *

    Vgl. auf apolut.*

    Kommentar

    Zu Hartensteiner sagt: —> Schramm. „Nun, die Arbeiterklasse hat soeben gesprochen. Nicht nur hat sie damit die gesamte Ära Merkel abgesegnet, vielmehr hat sie nach mehr davon verlangt. Und das wird sie bekommen.“

    ►Als Deutschland wurde, wie es heute im September 2021 ist.

    1. Der Anteil der Arbeiter in der kapital-faschistischen NSDAP lag vor 1945 zwischen 30 und 40 Prozent. In der Spitze erreichte die NSDAP mehr als 8,5 Millionen freiwillige Parteimitglieder.

    2. Laut Parteistatistik lag der Anteil aus der Arbeiterklasse und der anderen Werktätigen in der NSDAP zwischen 2,55 und 3,4 Millionen und im Mittel bei knapp 3 Millionen Arbeiter.

    3. Die kapital-faschistische NSDAP der deutschen Finanz- und Monopolbourgeoisie hatte nach 1933 und vor 1945 in der Spitze ihrer freiwillig organisierten Mitgliedschaft nahezu doppelt so viele Arbeiter in ihren Reihen organisiert wie vor 1933 in der Weimarer Republik die SPD und KPD zusammengenommen.

    4. Trotz der Niederlage zwischen Ende 1942 und Anfang 1943 bei Stalingrad entwickelte und erreichte die materielle Kriegsproduktion bis März/April 1944 ihren Höhepunkt. Erst danach und in Folge der zunehmenden militärischen Niederlagen in den von der Deutschen Wehrmacht unterworfenen europäischen Kriegs- und Besatzungsgebieten kam es wegen ausbleibender Lieferungen von Rohstoffen zunehmend 1944 zum Zusammenbruch der Rüstungsproduktion.

    ●, der produktive Erfolg der deutschen Rüstungsindustrie bis ins Frühjahr 1944 erklärt sich nicht nur aus dem millionenfachen Einsatz von Zwangsarbeitern. Sondern vor allem aus der Arbeitsleistung der älteren deutschen Arbeiterklasse, der qualifizierten Facharbeiter, Vorarbeiter, Meister und Techniker, die auch altersbedingt nicht mehr an der Kriegsfront zum Einsatz kamen.

    5. Festzustellen bleibt, die Überlebenden der KPD waren nahezu die Einzigen, die einen antifaschistischen Widerstand vor 1945 leisteten. Seitens der anderen Parteien aus der Weimarer Zeit gab es keinen nennenswerten Widerstand gegen den Faschismus in Deutschland. So auch nicht aus den Reihen der SPD.

    6. Aufgrund der Schwäche der unorganisierten Arbeiterklasse zwischen 1933 und 1945, zugleich auch eine Spätfolge der gebeugten Politik der SPD zwischen 1914 und 1933, gab es keine eigenständige Befreiung vor 1945 vom Kapitalfaschismus in Deutschland. Die „Befreiung vom Faschismus“ erfolge durch die Alliierten, vor allem durch die Armeen der Sowjetunion.

    7. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Faschismus hat es nach 1945 in Deutschland nicht gegeben. In Westdeutschland wurde durch die ökonomische Entwicklung nach 1949 und den zunehmenden Wohlstand und Konsumrausch und die Politik der SPD eine ernsthafte Auseinandersetzung verhindert.

    ●, in Ostdeutschland hatte die Minderheit der Antifaschisten und Kommunisten in der Arbeiterklasse keine Massenbasis. Befördert wurde dies auch durch die Verbrechen der Soldaten der Roten Armee vor und nach 1945 an der Zivilbevölkerung (Vergewaltigungen, Raub und Plünderungen).

    ●, aus allem erklärt sich auch der ostdeutsche Volksaufstand von 1953 und die Implosion der DDR 1989/1990.

    PS: Zudem müssen wir auch die zunehmende Anziehungskraft der Entwicklung des westdeutschen Wohlstands auf Millionen qualifizierte ostdeutsche Fachkräfte mit berücksichtigen. Auch qualifizierte Arbeitskräfte, die in der jungen DDR ihre Ausbildung erhalten hatten, verließen vor allem vor dem wirtschaftspolitischen ostdeutschen Mauerbau (1961) die DDR in Richtung BRD.

    ►Literaturempfehlung:

    ▪ Kurt Pätzold und Manfred Weißbecker: Geschichte der NSDAP 1920 bis 1945. PapyRossa Verlag.

    ▪ Wie wurde man Parteigenosse? Die NSDAP und ihre Mitglieder. Herausgegeben von Wolfgang Benz. Fischer Taschenbuch Verlag.

    ▪ Wilhelm Reich: Die Massenpsychologie des Faschismus.

    ▪ Sebastian Haffner: Der Verrat 1918/1919 – als Deutschland wurde , wie es ist.

    * Warum wir diesmal zwei Bundestagswahlen haben | Von Tom J. Wellbrock – apolut.net
    https://apolut.net/warum-wir-diesmal-zwei-bundestagswahlen-haben-von-tom-j-wellbrock'comment-230366

    27.09.2021, Reinhold Schramm

  2. Warum schweigen die Lämmer?

    Aufklärung und Klassenbewusstsein schaffen!

    Das Problem ist die tiefenpsychologische Bewusstseinslage der eigentumslosen und lohnabhängigen Mehrheit der Bevölkerung.

    ►Es ist ein Irrtum, die Massenverelendung würde ein vertieftes Klassenbewusstsein bei der eigentumslosen und erwerbstätigen Bevölkerung schaffen.

    Das Klassenbewusstsein der Werktätigen kann sich nur unter relativ stabilen Arbeitsbedingungen und Lebensverhältnissen entwickeln.

    Die Voraussetzung hierfür in der (entwickelten) bürgerlichen Gesellschaft ist, ein relativ gesichertes soziales Umfeld für die Erwerbsbevölkerung und das Vorhandensein von sozial- und bildungspolitischen Einrichtungen für die werktätige Bevölkerung und ihre Familien.

    ●, diese Einrichtungen für die Sozial- und Bildungspolitik der werktätigen Bevölkerung müssen sowohl in relativ stabilen Zeiten der bürgerlichen Gesellschaft existieren, als aber auch in gesellschaftspolitischen Krisen- und Umbruchzeiten aufrechterhalten werden.

    Unser Problem heute:

    ►Die staatliche Bildungs- und Schulpolitik und die privaten und öffentlich-rechtlichen Massenmedien wie Bildungseinrichtungen in Deutschland und EU-Europa funktionieren ausschließlich im Macht- und Herrschaftsinteresse der gesellschaftspolitischen Eliten der bundesdeutschen und europäischen Bourgeoisie.

    ●, gleiches gilt so auch für alle Bildungseinrichtungen der bürgerlichen und sozialdemokratischen Parteien und DGB-Gewerkschaften. Zusammen mit den konservativen Parteistiftungen und privaten Stiftungen, den sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Bildungseinrichtungen und Konzernstiftungen, bilden sie heute eine demagogisch-ideologische Volksgemeinschaft im gesellschaftspolitischen Interesse der Finanz und Monopolbourgeoisie, der (ewigen) persönlich leistungslosen Erbschafts-Millionäre, Multimillionäre und Milliardäre Deutschlands und EU-Europas.

    Info-Empfehlung: Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören. – Warum schweigen die Lämmer? Von Rainer Mausfeld. Westend Verlag, Frankfurt am Main.

    27.09.2021, R.S.

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