Magdeburg: Hunderte demonstrieren gegen Mini-Neonazi-Demonstration – Polizei knüppelte auf die Antifaschisten!

Redaktion – 19. Januar 2021

Auf dem Weg zu ihrem Kundgebungsort maschierten am 16. Januar Neonazis durch Magdeburg. Die Magdeburger waren in der Überzahl und bereiteten den Faschos einen gebührenden Empfang. Geschütz von Deutschen Polizisten, die aus mehreren Bundesländern kamen, konnte die Nazibande maschieren und ihr braunes Gift verbreiten.
Mutige Antifaschisten wurden von der Polizei teilweise so verprügelt, das sie sich in ärztliche Behandlung begeben mußten.

Ein junger Mann wird mit dem Kopf gegen eine Fassade geschubst. Ein unfassbarer Akt roher Polizeigewalt. (siehe auch Video unten). Bild: EAuKo

„Ursprünglich hatte es seitens der Behörden in Magdeburg geheißen, dass aufgrund der Pandemie-Bestimmungen am 16. Januar 2021 keine Umzüge durch die Stadt gestattet würden. Doch dann kam es doch etwas anders: Denn eskortiert von starken Polizeikräften unter anderem aus Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Nordrhein-Westfalen wurde eine Gruppe von laut Schätzungen zwischen 60 und 100 rechtsgerichteten Kundgebungsteilnehmern durch die Innenstadt zu ihrem Veranstaltungsort geleitet.
..Start war am Hauptbahnhof, Ziel war die Straße „Bei der Hauptwache“ neben dem Alten Rathaus. Viele Passanten hatten diesen eskortierten Zug auf der Fahrbahn der Ernst-Reuter-Allee als Demonstrationszug wahrgenommen.
..Nach ihrer Veranstaltung am Alten Rathaus waren die rechtsgerichteten Veranstaltungsteilnehmer wieder unter Polizeischutz zurück zum Bahnhof geleitet worden.“ berichtete Martin Rieß vom „Bündnis Studierende gegen Rechts„.

In einer Pressemitteilung übte das »Bündnis Solidarisches Magdeburg« am 16. Januar scharfe Kritik am brutalen Polizeieinsatz:

„Das Bündnis Solidarisches Magdeburg kritisiert den Polizeieinsatz zur heute statt gefundenen Neonazi-Demonstration auf das Schärfste. Obwohl das Gesundheitsamt die Devise ausgab, dass es aufgrund des Infektionsgeschehens keine Aufzüge geben dürfe, wovon eine antifaschistische Vorabend-Demonstration am gestrigen Freitag betroffen war, ließ die Versammlungsbehörde die Neonazis faktisch doch laufen.
Dieser Großeinsatz für das Ermöglichen einer Demonstration von maximal 80 Neonazis ist nicht nur völlig unverhältnismäßig, sondern in Zeiten einer Pandemie auch unverantwortlich und gefährlich. Zudem gab es keinerlei polizeiliche Interventionen trotz Missachtung der behördlichen Infektionsschutzauflagen wie dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutz. Auch Anreisen von Neonazis aus Niedersachsen oder dem Ruhrgebiet stellten mit Blick auf die Pandemie offenbar kein Problem für die Versammlungsbehörde dar.

Magdeburg 16.01.2021: Polizei schützt die Nazis und geleitet sie durch die Stadt. Für alle Antifaschisten war es verboten zu demonstrieren. Bild: Martin Rieß

Auf ihrem Weg zum Kundgebungsort sangen einige Teilnehmer/innen das zutiefst antisemitische und die Opfer der Shoa verhöhnende Lied „Eine U-Bahn nach Auschwitz“. Des Weiteren kam es mehrfach zu Angriffen und Beleidigungen gegen Journalist/innen. Auf dem von einer riesigen Polizei-Eskorte begleiteten Rückweg kam es zu einem weiteren bemerkenswerten Vorfall, als die Polizei einen Rettungswagen mit Sondersignalen stoppte, der erst nach einer Diskussion weiterfahren durfte. Offenbar hatte das Eskortieren von Neonazis eine höhere Priorität für die Polizei als die Rettung von Menschenleben.
Wie jedes Jahr ging die Polizei mit äußerster Härte gegen Gegendemonstranten/-innen vor, die sich zu angemeldeten Kundgebungen begeben wollten. Dabei wurde ein besonders drastischer Fall berichtet, bei dem ein junger Mann mit ganzer Kraft und dem Kopf voran an eine Hauswand geschmettert wurde, wobei Teile der Fassade abbröckelten. Andere Gegendemonstrant*innen, die eine völlig friedliche Menschenkette bildeten, wurden mit Faustschlägen malträtiert, sodass sie im Gesicht bluteten.
An den vielfältigen und lautstarken Gegenprotesten beteiligten sich rund 750 Menschen. In der gesamten Stadt gab es Kundgebungen, Infostände, Aktionen mit Musik u.v.m., was unterstreicht, wie engagiert und entschlossen die antifaschistische Zivilgesellschaft in Magdeburg ist.
Fazit: Als Bündnis Solidarisches Magdeburg beenden wir den Tag mit gemischten Gefühlen. Einmal mehr zeigte sich, dass der „Aufmarsch“, der früher zu den größten in Deutschland zählte, inzwischen bedeutungslos ist. Umso erstaunlicher ist, dass die Polizei erneut Himmel und Hölle in Bewegung setzte, um ihn zu ermöglichen. Die Nazis sind auf die Polizei und ihren riesigen Apparat angewiesen und die zuständige Versammlungsbehörde ist wiederum gewillt, diesen den Nazis zur Verfügung zu stellen. Mit Blick auf die Veröffentlichungen der letzten Wochen über antisemitische und rechtsextreme Vorfälle in der Bereitschaftspolizei Magdeburg liegt die Vermutung nahe, dass der Pseudo-„Trauermarsch“ nicht nur deswegen so massiv durchgesetzt wird, weil auch Nazis Versammlungsfreiheit genießen würden, sondern weil hier eine ideologische und inhaltliche Übereinstimmung besteht.

.
Video über den brutalen Polizeiangriff, bei dem ein junger Gegendemonstrant mit dem Kopf voran gegen eine Häuserwand gestoßen wurde, wobei sich ein Teil der Fassade löste.

Der Jugendliche trug tiefe Wunden am Kopf davon, die genäht werden mussten. Das ist ein unfassbarer, durch nichts zu rechtfertigender Akt roher Gewalt.

RoterMorgen wünscht dem jungen Mann eine schnelle und gute Genesung.

Für das Verbot aller Neofaschistischen Gruppen und Parteien!

.

zurück zur Startseite
hier geht es zur Facebook Diskussionsgruppe

Sag uns deine Meinung zum Artikel mit einem Kommentar/Leserbrief

 

5 Kommentare

  1. Ein guter Bericht über die Magdeburger Ereignisse am 17. Januar. „Deutsche Polizisten schützen die Faschisten“ erneut bestätigte sich das in Magdeburg.

  2. Auf Antifaschisten wird geprügelt und noch nicht , noch nicht geschossen.
    Neonazis werden höflich gegrüßt und beschützt.
    Armes Deutschland.

  3. Innenministerium/Polizei wird bei Anfragen zur Genehmigung von Veranstaltungen hinsichtlich möglicher Gefährdungslagen kontaktiert. Das es geschah, sieht man ja am Aufgebot, auch aus anderen Bundesländern. Persönlich wollte ich es nicht so wahrhaben, habe einige Kontakte zu Polizisten, als Menschen. Da herrscht keine Begeisterung. Warum, zum Deuwel, erheben sie als Polizisten/Menschen nicht ihre Stimme, auch durch ihre Gewerkschaft? So langsam gehen einem die Entschuldigungsgründe für den “ anständigen“ Polizisten aus. Über einen Kamm kann man sie nicht scheren. Und doch wird hier eindeutig klar: Polizei setzt die politischen Entschlüsse des Staates und seiner Vertreter, notfalls mit Gewalt, durch.

  4. Womit die Polizei mal wieder gezeigt hat, wie sehr sie faschistisch unterwandert ist.
    Eine Polizei, die die Nazis schützt, muss sich vorwerfen lassen, nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes zu stehen.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*