
Volkskorrespondenz zum Wochenede
Heinz Ahlreip – 14. Februar 2025

Die für die Phase des Kapitalismus und Imperialismus gültige gesamtgesellschaftliche sozial-politische Alternative lautet: Sozialismus oder Barbarei? Sie liegt auch der aktuellen Bundestagswahl 2025 zugrunde, die eine Parlamentswahl ist. Wir wissen, wie Marx, Engels, Lenin und Stalin bürgerliche Parlamente geißelten, dass ihr menschenfeindliches Wesen darin besteht, alle paar Jahre wieder darüber zu entscheiden, welche Fraktion der Bourgeoisie das Proletariat im Parlament zertritt.
Das gilt auch in der allerdemokratischsten Republik, als die sich die deutsche Bourgeoisie gerne prostituiert und in die sie ihre Terrorapparate gegen die Arbeiterklasse einlullend einkleidet. Marx sprach 1871, Lenin 1917 von der Notwendigkeit, bürgerliche Parlamente aus Schwatzbuden in arbeitende Körperschaften zu verwandeln. Durch bürgerliche Parlamente wird das Volk hinters Licht geführt, die wichtigsten Entscheidungen fallen hinter den Kulissen. Was bedeutet es, wenn Lenin in seinem politischen Fundamentalwerk Staat und Revolution 1917 davon spricht, dass das Parlament zum Bordell wird, in dem die Menschen aus der „guten Gesellschaft“ politische Prostitution treiben?1
Besonders antihumanistisch ist die SPD eingestellt. Die SPD, die Rosa Luxemburg zu Recht im August 1914 einen stinkenden Leichnam nannte – was sie heute noch mehr ist als 1914 –, und die AfD sind keine Antipoden, sondern diese Parteien ergänzen sich. Die SPD ist der gemäßigte Flügel des Faschismus. Stalin lehrte uns, unser revolutionär-wachsames Auge besonders auf den linken Flügel dieser faschistischen Partei zu legen; von diesem geht auch heute für die Massen die größte Gefahr aus, Sozialismus und Barbarei zu verwechseln.
Wie national-imperialistische Politiker sich 1933 täuschten, Hitler bändigen zu können, so täuschten sich deutsche Kommunisten 1946, als die Vereinigung zwischen KPD und SPD sich ereignete, man werde schrittweise die SPD schon bändigen. „Die ‚Ehrlichen‘ sind einmal wieder von den Nichtehrlichen grausam über den Löffel barbiert worden“, schrieb Engels im März 1875 in einem Brief an Bebel anlässlich der Vereinigung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) und der Allgemeinen Deutschen Arbeiterpartei (ADAV), der Partei Lassalles, in Gotha.2 Und in der Tat zeigt das Ende der DDR, wie die gesamtdeutschen Sozialfaschisten – historisch mit Millionen Kriegstoten aus zwei imperialistischen Großkriegen auf dem Buckel – in Zusammenarbeit mit den Sowjetrevisionisten die ehrlichen Sozialisten in ganz Deutschland über den Löffel barbiert haben. Dem deutschen Volk kann kein freier Atemzug gelingen, wenn der rotgehäuteten Giftschlange nicht der Kopf zertreten wird.
Im Zusammenhang mit deutschen bürgerlichen Parlamentswahlen müssen wir auch immer im Hinterkopf behalten, dass Deutschland das klassische Land der Konterrevolution ist, mit einem erheblichen Demokratiedefizit, das mit der Niederlage der Bauern unter Thomas Müntzer durch Beihilfe Luthers – dem, wenn man so will, ersten deutschen Sozialdemokraten – im Deutschen Bauernkrieg beginnt. Was soll also bei den Wahlen am 23. Februar herauskommen außer einem einzigen stinkenden Politbordell, einer großen Versammlung von Politnutten und Polit-Zuhältern? Die Konsequenz aller ehrlichen, arbeitsamen und fortschrittlich-revolutionären Menschen in Deutschland kann nur sein, den bürgerlichen Parlamentarismus zu zerschlagen. Schon Marx zog 1871 aus der Analyse des Bürgerkriegs zwischen Arbeiterklasse und Bürgertum in Paris die Schlussfolgerung, dass die Arbeiterklasse die Schwatzbuden, die vielen Schönredner, die am Wahlabend die verrottete, stinkende und verfaulte, innerlich morsche bürgerliche Demokratie in höchsten „demokratischen“ Tönen loben, in arbeitende Rätekörperschaften zu verwandeln. Die Kommune sollte nicht eine schwatzende Körperschaft sein, sondern eine arbeitende Körperschaft, vollziehend und gesetzgebend zu gleicher Zeit.3
Zu berücksichtigen gilt es auch, dass Engels 1885 vielen Deutschen die negative Charaktereigenschaft der inneren Haltlosigkeit zuschrieb.4 Das war im August 1914 bei den deutschen Sozialdemokraten der Fall, im September 1939 im Kriegstaumel und fand seinen krassen Höhepunkt am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast, als Goebbels rauschhaft auf einen totalen Krieg einstimmte: „Wollt ihr ihn, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt vorstellen können?“ Diese spezifisch deutsche innere Haltlosigkeit stellt natürlich auch heute einen Risikofaktor für den Ausbruch des dritten Weltkrieges dar.
- Vergleiche Lenin, Staat und Revolution, Dietz Verlag Berlin, 1960, Seite 436.
- Vergleiche Friedrich Engels, Brief an Bebel vom 18./28. März 1875, Werke, Band 19, Dietz Verlag Berlin, 1960, Seite 4.
- Vergleiche Lenin, Staat und Revolution, Werke, Band 25, Dietz Verlag Berlin, 1960, Seite 436.
- Vergleiche Friedrich Engels, Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten, Werke, Band 21, Dietz Verlag, Berlin, 1960, Seite 209.
Über den Autor:
Heinz Ahlreip, geb. am 28. Februar 1952 in Hildesheim. Von 1975 bis 1983 Studium in den Fächern Philosophie und Politik an der Leibniz Universität Hannover, Magisterabschluss mit der Arbeit »Die Dialektik der absoluten Freiheit in Hegels Phänomenologie des Geistes«. Forschungschwerpunkte: Französische Aufklärung, Jakobinismus, Französische Revolution, die politische Philosophie Kants und Hegels, Befreiungskriege gegen Napoleon, Marxismus-Leninismus, Oktoberrevolution, die Kontroverse Stalin – Trotzki über den Aufbau des Sozialismus in der UdSSR, die Epoche Stalins, insbesondere Stachanowbewegung und Moskauer Prozesse. Ahlreip arbeitete als Lagerarbeiter u. a. bei Continental in Hannover und bis zum Rentenbeginn als Gärtner für Museumsstätten und Friedhöfe.
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