„Alle“ Räder standen still – zum Start der 3. Verhandlungsrunde

Streik der Kollegen vom Frankfurter Flughafen am 26. März 2023 | Bild: ver.di


Redaktion Betrieb und Gewerkschaft – 28. März 2023

In der Nacht zum Montag, 27. März 2023, starteten die bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst und bei den Bahn- und Busunternehmen. Die Teilnahme der Kollegen und Kolleginnen war überwältigend.

Mehr als 400.000 Kollegen haben in den vergangenen Wochen mit Streiks auf das miese Angebot der Arbeitgeber von Bund und Kommunen in der 2. Verhandlungsrunde reagiert. Zum Start der 3. Runde stehen bundesweit die Räder still, ver.di und EVG haben bundesweit zu Streiks in der Verkehrsinfrastruktur aufgerufen.

Rund 120.000 ver.di-Mitglieder beteiligen sich am Megastreik. Zudem bereiten Tausende den Arbeitgebern vor den Verhandlungen in Potsdam einen lautstarken Empfang und machen Druck für Respekt und Anerkennung ihrer Arbeit.

Der Warnstreik der EVG ist am Montag ebenfalls erfolgreich zu Ende gegangen. Über 35.000 Beschäftigte beteiligten sich am Ausstand. In ganz Deutschland gab es zahlreiche Aktionen. Der Verkehr stand still.

Die Tarifforderungen und die Streiks am Montag sind und waren völlig berechtigt! Wie soll die Inflation sonst halbwegs ausgeglichen und der Lohnunterschied zu anderen Branchen und Berufen möglichst verkleinert werden? Wir wollen und können nicht die Krise des Kapitals bezahlen! Wie unverschämt uns vom ihm allein nur im letzten Jahr in die Tasche gegriffen wurde, zeigt eine Auflistung, die uns der Genosse Reinhold Schramm freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat:

Im Januar 2023 wurden im Vorjahresvergleich zu Januar 2022 vor allem folgende Nahrungsmittel(gruppen) teurer.
Die Beträge sind jeweils auf- und abgerundet:

  • Speisefette und Speiseöle (insgesamt +34 Prozent; Höchstwert war +51 Prozent im Oktober 2022): Sonnenblumen- und Rapsöl +69 Prozent (im November 2022 lag die Teuerung bei +82 Prozent im Vergleich zu November 2021); Butter +26 Prozent; Margarine +41 Prozent
  • Milchprodukte und Eier (insgesamt +36 Prozent): Frische Milch je nach Sorte zwischen +34 und +37 Prozent;
    Joghurt +24 Prozent; Schnittkäse + 48 Prozent; Quark +64 Prozent; Frischkäse + 39 Prozent;
    Sahne +47 Prozent;
    Eier: +17 Prozent
  • Gemüse (insgesamt +11 Prozent; Höchstwert war +23 Prozent im Oktober 2022): Blumenkohl, Wirsing und anderer Kohl + 21 Prozent; Paprika + 14 Prozent; Pilze + 20 Prozent;
    Möhren +36 Prozent; Zwiebeln und Knoblauch +32 Prozent; Gemüsekonserven je nach Gemüsesorte zwischen +21 und +36 Prozent
  • Fleisch (insgesamt +19 Prozent): Schweinehackfleisch +26 Prozent; Rinderhackfleisch +30 Prozent;
    Rindfleisch zum Kochen +21 Prozent; Geflügelfleisch +27 Prozent
  • Fisch (insgesamt +21 Prozent): Frischer Fisch + 17 Prozent; Tiefgefrorener Fisch +27 Prozent
  • Mehl, Brot und Getreideerzeugnisse (insgesamt +23 Prozent): Weizenmehl +56 Prozent;
  • Nudeln +26 Prozent; Reis + 24 Prozent; Haferflocken + 29 Prozent; frische Brötchen +16 Prozent;Vollkornbrot und Körnerbrot +20 Prozent; Toastbrot + 40 Prozent
  • Saucen und Würzmittel (insgesamt +31 Prozent): Essig + 24 Prozent; Senf +31 Prozent; Mayonnais +37 Prozent; Ketchup +46 Prozent; Salz + 41 Prozent; Zucker +67 Prozent;
  • Marmeladen und Konfitüre +27 Prozent; Honig +22 Prozent

Laut Verbraucherzentrale lag zwischen 2000 und 2019 die Teuerung durchschnittlich knapp unter 1,5 Prozent, der Preisanstieg von Januar 2022 bis Januar 2023 liegt jedoch bei 20,2 Prozent. Wenn man den Vergleichszeitraum um 6 Monate erweitert auf Juni 2021 zu Januar 2023, ergeben sich für manche Produkte zum Teil erheblich höhere Teuerungen.

Im 19-Monatsvergleich sind folgende Lebensmittel deutlich teurer geworden. Die Beträge sind jeweils auf- und abgerundet:

▪ Weizenmehl um +68 Prozent (statt +57 Prozent);
▪ Grieß und Roggenmehl um +39 Prozent (statt +14 Prozent);
▪ frische Brötchen um +25 Prozent (statt +17 Prozent);
▪ Nudeln um +43 Prozent (statt +26 Prozent);
▪ Rindfleisch zum Kochen um +33 Prozent (statt +21 Prozent);
▪ Rinderhackfleisch um +49 Prozent (statt +33 Prozent);
▪ Schweinehackfleisch um +35 Prozent (statt +26 Prozent);
▪ frisches Geflügelfleisch um +36 Prozent (statt +27 Prozent);
▪ frischer Fisch um +27 Prozent (statt +17 Prozent);
▪ Vollmilch um +40 Prozent (statt +34 Prozent);
▪ Quark um +77 Prozent (statt + 64 Prozent);
▪ Eier um +28 Prozent (statt +17 Prozent);
▪ Margarine um +58 Prozent (statt 41 Prozent);
▪ Butter um +46 Prozent (statt +26 Prozent)
▪ Sonnenblumen- und Rapsöl sogar um +100 Prozent (statt +69 Prozent).

Die Teuerung bei Nahrungsmitteln liegt seit April 2022 höher als die allgemeine Inflationsrate.

Vgl. Verbraucherzentrale:
Steigende Lebensmittelpreise: Fakten, Ursachen, Tipps. Stand: 06. März 2023 –
Steigende Lebensmittelpreise: Fakten, Ursachen, Tipps | Verbraucherzentrale.de


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Wer nicht hören kann, muss fühlen!
Die Kollegen haben gezeigt, was sie können und wozu sie bereit sind.
Jetzt müssen Taten der Arbeitgeber folgen, die die entstanden Kosten
des Warnstreiks sicherlich aus ihrer Portokasse beglichen konnten.
Die nächste Lektion muss daher ein unbefristeter Streik sein –
das die einzigen Botschaft die auch der sturste Boss versteht!

 

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