Redaktion – 23. November 2020

Per Definition gilt ein Bruttolohn dann als niedrig, wenn er die Existenz des Werktätigen nicht ausreichend sichern kann. Die Betroffenen Kollegen/innen sind dann auf ihre Familie oder mehrere Jobs angewiesen – oder auf sog. Transferleistungen des Staates (z. B. Hartz IV-Aufstockungen). Diese Transferleistungen sind nichts anderes als verdeckte Subventionen für die Unternehmen, die so um ihrer Pflicht zur Zahlung existenzsichernder Löhne herumkommen.
Niedriglöhne werden besonders im Dienstleistungssektor gezahlt, also in jenem Teil der Wirtschaft, wo im Zuge der schleichenden Digitalisierung Deutschlands neue Arbeitsplätze entstehen müssen. Der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft und die gegenwärtige Krise werden den Anteil im beschämenden Niedriglohnsektor vermutlich künftig weiter steigen lassen.
Die Zahlen erklären auch, warum gesellschaftlich geschaffener Reichtum sich zunehmend in wenige Hände konzentriert. Wir, die arbeitenden Menschen, vermehren tagtäglich durch unsere Arbeit das Vermögen der Reichen, während der Staat nicht einmal in der Lage ist, die Existenz seiner Bürger zu sichern. Wir nennen so etwas Verelendung, sie zeigt sich auch an den vielen Armen und der steigenden Beschaffungskriminalität in dem immer wieder als reichste Nation Europas gepriesenen Staat.
Grundsätzlich ist auch der Mindestlohn eine Schweinerei, weil er bei Weitem nicht ausreicht, um unser Lebensunterhalt zu bestreiten.
Ein 28-jähriger Kollege arbeitete seit November 2019 bei einem privaten Entsorgungsunternehmen in der Region Kaiserslautern als Leiharbeiter. Für die körperlich anstrengende Arbeit wie dem Leeren von Senkkästen oder die Entsorgung von Papiermüll und Gelben Säcken erhielt er von seiner Zeitarbeitsfirma einen Lohn knapp über dem Mindestlohn – fast 4 Euro pro Stunde weniger als die festangestellten Kollegen. Jetzt hat er am Arbeitsgericht Kaiserslautern eine Klage auf gleiche Bezahlung eingereicht.
Um im Kapitalismus einigermaßen über die Runden zu kommen, bedarf es viel mehr, als der Staat uns bietet.
Deshalb fordern wir:

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
Für die Abschaffung aller prekären Arbeitsplätze
Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich
Weg mit Hartz IV!
Für starke und kampfbereite Gewerkschaften der Arbeiterklasse!
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Quellen:
> Destatis
> Arbeit Zukunft
> Jörg Föh
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Lest dazu auch:
»Die Menschen in Deutschland sind so vermögend wie nie zuvor« – Aufklärung versus Gehirnwäsche
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