Iran: Frauen und Jugendlichen kämpfen am vordersten Front – Arbeiter rufen zum Streik auf!

Redaktion – 10. Oktober 2022

Seit heute Morgen sind die Arbeiter von Teilen der Petrochemie und Ölraffinerien in Südiran aufgestanden und rufen zum Streik auf!

Am letzten Samstag knackten Aktivisten der Hacker-Gruppe “Edalat-e Ali” eine Live-Sendung des iranischen Staatsfernsehens und riefen die Bevölkerung dazu auf, sich den landesweiten Protesten gegen das repressive Regime anzuschließen.
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Ganze 10 Sekunden lang war das eingeschleuste Bild zu sehen: Im iranischen Staatsfernsehen steht ein Porträt des Regierungsführers Ali Chamenei in Flammen, ein Fadenkreuz auf sein Gesicht ausgerichtet. Mit dem roten Schriftzug „Das Blut der Jugend klebt an euren Händen“ klagen die Hacker die islamisch-fundamentalistische Regierung für ihre zahlreichen Morde und Gewalttaten an, die sie vor allem an Mädchen und Frauen verübt wurden.

Die bürgerliche Presse schweigt überwiegend über die Vorgänge im IRAN und die Redaktion Roter Morgen wartet immer noch auf Nachrichten, die aufgrund der landesweiten Blockade des Internetzuganges durch den iranischen Staat nur tröpfchenweise kommen. Währenddessen steigt die Zahl der verletzten und getöteten Demonstranten weiter an.

Heute meldete sich ein Genosse mit einem Kurzbericht und Videos die noch ausgearbeitet werden müssen. Seine Meldungen zeige ganz eindeutig das es sich um einen Volksaufstand handelt in der die Arbeiterklasse eine große Rolle spielt:

Die Frauen und Jugendlichen im Iran kämpfen an vordersten Front!

Die Proteste sind eine revolutionäre Bewegung gegen das verhasste iranische Mörderregime. Eine  theokratisch-kapitalistische Diktatur, die das Diktat der Weltbank eins zu eins umsetzt.

Die Forderungen der Revolutionäre lauteten zuerst »Frau – leben – Freiheit« und »Nieder mit den Tyrannen – ob König oder religiöse Führer«.

Nun sind die Forderungen nach Brot, Arbeit und Freiheit und eine Rätearbeiterkontrolle und Räte Selbstverwaltung dazu gekommen bzw. wurden entwickelt.

Mehrere Arbeitergewerkschaften, Lehrer und Rentner haben zuvor das Regime vor dem brutalen Niederknüppeln der Demonstrationen gewarnt. Seit heute Morgen sind die Arbeiter von Teilen der Petrochemie und Ölraffinerien in Südiran aufgestanden und rufen zu Streiks auf. Der oberste islamische Staatsanwaltschaft Ayatollah Edjeii bietet den Protestierenden Gespräche an. Man sieht, wie Ernst die Sache ist und er die Arbeitermacht fürchtet. Doch gleichzeitig gehen Polizei und Sicherheitskräfte weiter brutal gegen Protestierenden vor!

Die Zahl der durch Polizei und Sicherheitskräfte getöteten Protestierenden steigt unaufhörlich. In Süd-Östlichen Bundesland Belutchistan hat das Regime über 100 Menschen durch Schüsse mit Kriegsmunition ermordet. West Iran – Kurdistan ist praktisch in Kriegszustand und es wird pausenlos scharf geschossen.

Das Mörderregime hat dem Volk den Krieg erklärt! Die Gesamtzahl der gefallenen Kämpfer und Kämpferinnen beträgt landesweit schon über 250 Menschen. Es gibt Hunderte von Verletzen, die nicht in Krankenhäuser behandelt werden dürfen! Dazu eine unbekannte hohe Zahl von Verhaftungen.“

Nur wenige Tage nach der Wahlfarce der Präsidentenwahl im Iran traten die Arbeiter der Ölförderung und der Petrochemie in einen Streik ein. Bald breiteten sich die Protest-Versammlungen über das Land aus; weitere Arbeiter schlossen sich dem landesweiten Streik an. Am Sonntag veranstalteten viele Menschen aus anderen Bereichen des Lebens Versammlungen | Bild: YouTube
Wir fordern:
  • Solidarität mit den Kämpfen der Völker des Irans
  • Sofortige Freilassung aller Verhafteten!
  • Für Rätearbeiterkontrolle und Räteselbstverwaltung
  • Schluss mit dem Leiharbeitssystem!
  • Einstellung aller Arbeiter mit „offiziellen“ Verträgen.
  • Sofortige Wiedereinstellung aller entlassener Kollegen
  • Frau – leben – Freiheit 
  • Nieder mit dem theokratischem – kapitalistischem
    Regime der islamischen Republik und seine
    unterstützenden Institutionen und Organe in Ausland!
  • Generalstreik zur Durchsetzung der Forderungen
    im ganzen Iran!
  • Hoch die internationale Solidarität!
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ROTER MORGEN bleibt am Ball und wird
über die weitere Entwicklung berichten.

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7 Kommentare

  1. Der Hashtag, der einen Generalstreik fordert, überschwemmt derzeit die sozialen Medien. Vor allem junge Menschen sehen die Notwendigkeit, die Bewegung zu verbreitern, und dass die nächsten Schritte breitere Streikaktionen sein sollten. Die Streikankündigung der Vertragsarbeiter*innen der Ölindustrie ist eine Warnung an das Regime. Sie ist ein wichtiger Schritt, der zu einem tatsächlichen Generalstreik führen könnte. Gleichzeitig scheinen einige Verbände von Beschäftigten recht zögerlich zu sein, sich der Bewegung anzuschließen. Viele von ihnen – Busfahrer*innen, Ölarbeiter*innen, die Arbeiter*innen der Zuckerfabrik Haft Tappeh usw. – haben erklärt, dass sie die Bewegung unterstützen und bereit sind, sich ihr auf der Straße anzuschließen,

  2. Das Regime plant auch die totale Unterdrückung in (iranisch)-Kurdistan .
    Seit gestern wurden Panzer, Kriegshubschrauber und Kampfjets nach Kurdistan geschickt.
    Seit Tagen werden die Menschen in der kurdischen Stadt Sanandaj mit Kriegsmonition beschossen.

  3. Vorsicht! Es fehlt die Alternative. Das Proletariat im Iran ist zahlenmäßig zu schwach. Und damit besteht die Gefahr dass der Iran eine US-Kolonie wird.

  4. Fiete Jensen Die faschistisch- militärischen Aktionen von Polizei und Militär durch Befehl von den erzkonservativen Regimeherrschern den Mullahs lassen aber eine deutlich revolutionäre Stimmung nicht nur erahnen. Leider fehlt es an der Führung von Kommunisten die bekannterweise in Gefängnissen oder ermordet sind.

  5. Revolution ist es noch nicht, aber ja, berechtigte starke Proteste. Der „Freundeskreis Alassa“ macht sich auch stark gegen die Abschiebung, es stehen noch weitere auf dem Plan!

    Es mag eine revolutionäre Situation sein, doch die kommunistischen Kräfte selber sprechen davon, dass es keine entsprechende Partei gibt, die die Massen zu einer Revolution führen kann. Du sprichst ja auch nur von revolutionären Verhältnissen jetzt.

  6. Am 26. September versammelten sich viele Beschäftigte der Zuckerverarbeitungsanlage in Haft ,Tappeh Sugar Cane Company, zusammen mit Arbeitern benachbarter Fabriken vor dem Gebäude der Verwaltung. Sie fordern die Auszahlung offenstehender Löhne, die Erneuerung der Versicherungen, die Wiedereinstellung von entlassenen Arbeitern. Vor allem verlangen sie die Bestrafung der wegen Betrug vor Gericht stehenden ehemaligen Chefs und die Beendigung der Privatisierung“ – so die Meldung „Zuckerarbeiter verlangen Bestrafung ehemaliger Chefs“ am 15. Juni 2020 bei den Rote Fahne News externer Link über den Beginn der neuerlichen Proteste bei der seit langem umkämpften Zuckerfabrik Haft Tappeh. Siehe zur Repression unser Dossier: Gewerkschaften und Solidaritätsinitiativen im Iran mobilisieren gegen die Terrorjustiz – und rufen auf zur internationalen Solidarität und hier weitere Meldungen zum Kampf: https://www.labournet.de/internationales/iran/gewerkschaften-iran/die-nicht-unterdrueckbaren-wieder-im-kampf-neuer-streik-in-iranischer-zuckerfabrik-haft-tappeh/

  7. Der Iran hat in den letzten Jahren einen Anstieg der Arbeitermilitanz erlebt. Spätestens seit 2010 ist der Klassenkampf im Iran exponentiell militanter und organisierter geworden. Wir haben langanhaltende und militante Streiks in verschiedenen Sektoren und Branchen im Iran erlebt. Die Beschäftigten haben trotz der gesetzlichen Hürden und der politischen Repression gegen Tarifverhandlungen unabhängige und parallele Gewerkschaftsorganisationen gegründet, die den staatlich geförderten Gewerkschaften Konkurrenz machen. Die fortschrittlichsten Fraktionen der Arbeiterbewegung, die Industriearbeiter der Haft-Tappeh Sugar Cane Co und (Ahwaz) der Iran National Steel Industrial Group (INSIG), rückten das Konzept der Showras und der Arbeiterratsverwaltung wieder in den Mittelpunkt der Diskussion.
    (Quelle: Ida Nikou)

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