Während der Pandemie gehen die Kriegsvorbereitungen weiter

Februar 2020: US-Army entlädt Panzer in Bremerhaven. Bild YouTube

In der März-Ausgabe haben wir vor der Gefahr gewarnt, welche die NATO-Manöver „Defender 2020“ darstellen, die von Mai bis Juni in 10 Ländern Europas abgehalten werden und etwa 4.000 km Straßen in Anspruch nehmen sollten… das alles mit Panzern (70 Tonnen) und anderen Fahrzeugen. Wie der Generalsekretär der NATO, Stoltenberg, Anfang März erneut entschieden bekräftigte, „ist keine Rede davon, die Übungen die nächsten Monate zu annullieren, trotz Covid-19“. Inzwischen ist ein hochgestellter Italiener, der an einer Versammlung in Wiesbaden teilgenommen hatte, infiziert, ebenso zwei dänische Offiziere.

Im Januar begonnen, stellten sie die bedeutendsten Manöver seit Ende der 80er Jahre dar. Sie hatten zwei Ebenen: eine logistische – die Transportkapazitäten und die der Truppenverlegung von Tausenden Soldaten und militärischem Gerät zwischen den amerikanischen und den Häfen Nordeuropas zu erproben – und einen Nuklearkrieg von „geringer Intensität“ mit Russland zu simulieren.

Nicht weniger als 20.000 US-Soldaten sollten zu Luft und zu Wasser über die Häfen und Flughäfen Deutschlands, Belgiens, der Niederlande, Estlands und Lettlands in Marsch gesetzt werden.

Diese Hafenverbindungen und Luftbrücken sowie die Mobilisierung der in Europa stationierten US-Truppen mit einem Teil des Kriegsgeräts, das in verschieden über mehrere europäische Staaten (Belgien, Niederlande, Deutschland) verteilten Lagern gespeichert ist, hatten schon begonnen. Außer dem Manöver „Defender 2020“ sollten noch andere Manöver „Cold response“ stattfinden, vor allem die, die mit Norwegen, einem wichtigen NATO-Mitglied, abgehalten werden sollten. Diese Manöver unter den Bedingungen großer Kälte finden jährlich statt und sollten 14.000 Soldaten, die aus den USA, Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland, Belgien, Dänemark, Schweden, Finnland 1) und Frankreich mit 400 Soldaten der Gebirgsjäger in Bewegung setzen. Sie wurden am 11. März, wie die von “Defender 2020“ am 13. März, nach der Rückzugsentscheidung der deutschen und norwegischen Regierung wegen der Covid-19-Epidemie ausgesetzt. Man muss erwähnen, dass zuvor Trump angekündigt hatte, dass jeder Reisende, der sich in einem europäischen Land außer Großbritannien (!) aufgehalten hat, 30 Tage abwarten muss, ehe er in die USA einreisen darf. Unterbrochen, aber schon „voller guter Ratschläge“ für die Führer der NATO und besonders die des US-Truppenkommandos der US-Truppen in Europa, die gleichzeitig die Architekten von „Defender“ sind. „Die strategische Botschaft ist, dass wir unsere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit demonstrieren können, um große Kräfte an jeden Ort des Planeten mobilisieren und verlegen, um effizient abschrecken zu können“, beglückwünschte sich Wolters, der oberste Kommandeur der alliierten Kräfte in Europa (anders ausgedrückt, der oberste Militär der NATO). Der Begriff Abschreckung wurde nicht zufällig gebraucht, denn es ist klar, dass der Rückgriff auf taktische Atomwaffen gegen Russland heute Teil der NATO-Doktrin ist, wie sie das Pentagon anstrebt.

Anders gesprochen: die 315 Millionen € (340 Millionen $), die in diese Manöver gesteckt wurden, sind für die NATO-Kriegstreiber nicht „verloren“. Im Übrigen läuft die Rotation der Truppen,die von der NATO in die baltischen Länder entsandt wurden, wie vorgesehen weiter. In Estland wird die Quarantänepflicht von 14 Tagen nicht auf die 800 britischen Soldaten angewandt, die die dänischen Truppen ersetzt haben. „Das muss gemacht werden“ begnügt sich der Verantwortliche zu versichern, der darin „ein gutes Beispiel des Zusammenspiels“ sieht. In Litauen wurden 20 Soldaten der im Rahmen der NATO entsandten Truppen positiv getestet.
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Angesteckte und ansteckende Heere

Mit ihren 800 auf der ganzen Welt verstreuten Stützpunkten, seinen Flugzeugträgern und anderen Schiffen, die die Ozeane durchkreuzen, sind die Armeen der Vereinigten Staaten eine weltweite Gefahr für Ansteckung. Unter den typischsten Fällen ist der des atomgetriebenen Flugzeugträgers, Träger von Atomwaffen, die Roosevelt, die im Hafen von Guam mit zig positiv getesteten Matrosen vor Anker liegt. Einer der oberen Ränge wurde infolge eines Briefs, in dem er das Fehlen von Schutzmaßnahmen für die 5.000 Männer an Bord kritisierte, suspendiert. Vom Pentagon wurde „jede Kommunikation“ über die Anzahl der infizierten und gestorbenen Soldaten, insbesondere außerhalb des Landes, verboten.

Männer in Marseille. Foto: Christine POUJOULAT. Qielle YouTube

Vier französische Offiziere von „Barkhane“ wurden positiv getestet. Nichts dringt über den Ort, das Datum und die Umstände der Infektion durch, um in den afrikanischen Ländern „keine anti-französischen Gefühle zu nähren“. Nach Ministerin Parly sollen es schon 400 sein. Gemäß zahlreicher Aussagen wurden während des körperlichen und militärischen Trainings sehr wenig Sicherheitsmaßnahmen ergriffen und die Soldaten, die nicht in der Kaserne leben, kehren nach Hause zurück… Aber darüber „herrscht Schweigen“.
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1) Finnland ist nicht NATO-Mitglied, aber sie hat eine Partnerschaft mit ihr, besonders bei der Cyper-Verteidigung. Finnland hat sich aus der Operation „Cold response“ zurückgezogen.

Aus „La Forge April 2020“, Zeitung der Kommunistischen Arbeiterpartei Frankreichs (PCOF). Erstveröffentlichung in deutscher Sprache; Arbeit-Zukunft, 3. Mai 2020, Übersetzung Siegfried None.

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Anhang:

Sondernummer von La Forge zur Corona-Krise

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