Der unbelehrbare Revisionist Egon Krenz findet China toll

"Grüß mich nicht unter den Linden Erich". Karrikatur: YouTube screenshot

„China – Wie ich es sehe“ ist der Titel eines Buches, das der letzte DDR-Partei- und Staatschef Egon Krenz 2018 im Verlag „edition ost“ veröffentlicht hat.

„China liefert ein Beispiel, wie gesellschaftliche Probleme so gelöst werden können, dass alle Bürger etwas davon haben.“ Das hat Egon Krenz (Jahrgang 1937), letzter SED-Generalsekretär und DDR-Staatsratsvorsitzender, in einem Interview am Mittwoch in Berlin erklärt. Er stellte in der Ladengalerie der Tageszeitung „junge Welt“ sein neues Buch „China – Wie ich es sehe“ vor. Darin berichtet er von seinen insgesamt sechs Besuchen im „Reich der Mitte“ und seinen Eindrücken: …Ich sehe China vor allem als ein sozialistisches Land. Oder besser gesagt: als ein sozialistisches Land, das auf dem Wege ist, den Sozialismus aufzubauen.

Der chinesische Pseudo-Kommunismus hat sich zur Schutzmacht des Kapitals aufgeschwungen. Mittlerweile ist China das Land mit den rauesten Gepflogenheiten auf dem Arbeitsmarkt. Der Staat spielt bei der Neuverteilung von Reichtum und Macht eine wichtige, die entscheidende Rolle. Hierzu noch ein wichtiger Artikel über das imperialistische China:

Noch immer halten einige linke Organisationen China für ein Land auf dem Weg zum Sozialismus. Aus unserer Sicht ist es das schon lange nicht mehr. Doch nun lässt die herrschende Klasse in China jede pseudo-sozialistische Maske fallen und fordert selbst unverblümt, international als kapitalistische Marktwirtschaft anerkannt zu werden. In einem Grundsatzartikel der Beijing Rundschau vom 7.12.2011 beklagt der Autor Hu Yue:

„China kämpft weiter um Anerkennung als freie Marktwirtschaft“.

Schon in der Einleitung klagt er:

„Nach 30 Jahren marktorientierter Reformen und zehn Jahren WTO-Mitgliedschaft kann China beachtliche Erfolge bei der Öffnung seiner Märkte vorweisen. Trotzdem sprechen Chinas wichtigste Handelspartner – darunter die EU, die USA, Japan und Indien – dem Land noch immer den Status einer freien Marktwirtschaft ab. Die Folge: China wird vermehrt Ziel von Dumping- und Subventionsvorwürfen. Vor allem Chinas Exportunternehmen leiden unter der Situation.“

Mit der Nicht-Anerkennung als kapitalistische Marktwirtschaft soll der Konkurrent China gebremst werden. Damit lassen sich offiziell Handelsbarrieren rechtfertigen. Darüber beschwert sich die herrschende Klasse Chinas, denn das schadet ihrem Profit.

Das ist Marktwirtschaft, das ist Kapitalismus: Die Konkurrenz ist real niemals „frei“, sondern immer ein Kampf, ein Kampf, in dem die Stärksten den Ton angeben und die Konkurrenz niederhalten, ausschalten, übernehmen. Mal findet dieser Kampf als „friedlicher“ Wirtschaftskrieg statt, mal gibt es imperialistische Raubkriege, wo man Gebiete unter seine Kontrolle bringt wie in Afghanistan, Libyen, Irak oder, wo man direkt die großen imperialistischen Konkurrenten angreift und niederringen will wie in den Weltkriegen. Fairness, gleiche Rechte, freier Handel? Das sind nur lächerliche Phrasen, die die brutale Realität verschleiern sollen.

Hu Yue verkündet stolz:

„Dabei hat China die Weltgemeinschaft in den vergangenen drei Jahrzehnten mit beachtlichen Fortschritten bei seinen marktwirtschaftlichen Reformen verblüfft. Bis heute haben bereits 97 der insgesamt 153 Mitglieder der Welthandelsorganisation Chinas Status als Marktwirtschaft anerkannt. Die wichtigsten Handelspartner des Landes aber – darunter die EU, die USA, Japan und Indien – zögern noch immer nachzuziehen.“

Ja, wir kennen diese „Reformen“ auch bei uns. Sie bedeuten immer die Stärkung des Kapitals und Angriffe auf die große Mehrheit in der Gesellschaft, die Arbeiterklasse, die Angestellten, die Bauern, die Frauen, die Jugend, die Rentner usw. In China kennen wir diese Reformen in Form eines Millionen-Heeres von Wanderarbeitern, von Billigstlöhnen von 30-40 Euro monatlich, von Polizeieinsätzen gegen Streikende usw.

Song Hong, Forscher am Institut für globale Ökonomie und Politik der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften sagt offen:

„Die niedrigen Preise, die von chinesischen Exporteuren veranschlagt werden, spiegeln tatsächlich die realen Marktbedingungen im Billig-Land China wider. Sie sind kein Resultat von Subventionen oder anderen Verzerrungsmechanismen, wie man sie üblicherweise in planwirtschaftlichen Systemen findet.“

Hu Yue belehrt die Hüter des freien Marktes aus den westlichen imperialistischen Staaten:

„Eine Marktwirtschaft zeichnet sich dadurch aus, dass Angebot und Nachfrage über die Verteilung von Ressourcen sowie die Preise von Waren und Dienstleistungen bestimmen. In nicht-marktwirtschaftlichen Systemen hingegen entscheidet die Regierung über Produktionsgüter und Produktionsmengen sowie die Preisgestaltung für Waren und Dienstleistungen.“

Und stolz erklärt er weiter:

„Nicht von der Hand zu weisen ist, dass der staatliche Einfluss sowie planwirtschaftliche Mechanismen in China in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind. 2008 machten die Einnahmen der chinesischen Regierung nur noch rund 21,8 Prozent des BIP des Landes aus. Das geht aus dem „Bericht über die Entwicklung der chinesischen Marktwirtschaft 2010″ hervor, der vom Institut für Ökonomie und Ressourcenmanagement der Beijing Normal University veröffentlicht wurde. Der Anteil lag damit unter dem weltweiten Durchschnitt von 26,9 Prozent. Der einst dominante, staatliche Sektor schrumpft verhältnismäßig, wohingegen der private Sektor zunehmend wächst und immer produktiver und profitabler wird.“

„Der private Sektor macht heute mehr als die Hälfte der chinesischen Wirtschaft aus und stellt mindestens 70 Prozent aller Arbeitsplätze“, erklärt Huang Mengfu, Vorsitzender des Gesamtchinesischen Dachverbandes für Industrie und Handel.

2008 waren bereits 988 der insgesamt 1293 staatlichen Betriebe, d.h. rund 77 Prozent, in Kapitalgesellschaften mit mehreren Aktionären umgewandelt Laut Beijing Rundschau sagt „Zhuang Jian, Chefökonom für den Bereich China bei der Asiatischen Entwicklungsbank, China sei mittlerweile im Großen und Ganzen zu einer freien Marktwirtschaft geworden, in der die Preise der meisten Produkte durch die Bedürfnisse des Marktes bestimmt würden.“

Und weiter Beijing Rundschau:

„’China ist mit seinen Marktreformen noch lange nicht am Ende‘, prophezeit Fan Gang, Leiter des Nationalen Instituts für Wirtschaftsforschung. ‚Um eine moderne Marktwirtschaft aufzubauen, muss China seine Finanzindustrie noch weiter öffnen…’“

1989: Revisionist Egon Krenz trifft Revisionist Deng Hsiao Ping (Revisionist: Einer, der sich als Marxist ausgibt, den Marxismus aber verfälscht und entstellt). Bild: Bundesarchiv

Offen wird die starke Konzentration des neuen Reichtums in den Händen weniger zugegeben. Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften führte eine Studie unter Chinas 100 führenden börsennotierten Unternehmen durch. Dabei zeigte sich, dass bei 71 Prozent der Unternehmen die fünf größten Anteilseigner mehr als die Hälfte der gesamten Vermögenswerte des Unternehmens hielten. Hier will man „Kleinaktionäre fördern“. Das kennen wir aus der Privatisierung von VW, der Post usw., wo so genannte Volksaktien ausgegeben wurden – zu hohen Kursen, die kurz darauf rasant fielen. Die Kleinaktionäre waren die Betrogenen, auch das ein beliebtes Betrugsmanöver der kapitalistischen Gesellschaften, um sich als „offen“, „demokratisch“ zu präsentieren. In der Realität ist das aber nur eine Methode, den kleinen Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. So ist der Tenor in der Beijing Rundschau: wir sind sehr weit auf dem Weg zu offenem Kapitalismus vorangekommen, aber wir wollen noch weiter zu noch mehr Ausbeutung.

Ich gebe den Schreibern der Beijing Rundschau recht. China hat wirklich nichts mehr mit Sozialismus zu tun. Es ist kein Modell für Fortschritt, sondern ein Modell für besonders brutale Ausbeutung.

Hosteni
.

Lest dazu auch:

Erstveröffentlichung in Arbeit Zukunft online. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers.
 Bilder und Bildunterschriften wurden komplett oder zum Teil von der Redaktion AmericanRebel hinzu gefügt.


 

Für den Inhalt dieses Artikels ist der Autor bzw. die Autorin verantwortlich.
Dabei muss es sich nicht grundsätzlich um die Meinung der Redaktion handeln.

.

7 Kommentare

  1. Bezug: Die Fakten zur KPCh in Zahlen (siehe unten) {…} und

    Bemerkungen zu Egon Krenz.

    Laut seinem Gespräch mit Jakob Augstein, auf YouTube, hatte die SED 2,4 Millionen Parteimitglieder. Meines Wissens hatte der FDGB bei rund 12 Mio. Erwerbstätige aus allen Berufsgruppen organisiert. Auch gehörte die Mehrzahl der Mitglieder der SED zur Arbeiterklasse. Ich selbst gehörte als Tischler und Metall-Facharbeiter von Ende 1971 bis Oktober 1980 zum FDGB. So auch als gewerkschaftlicher Vertrauensmann der betrieblichen Basis. Wenige Jahre auch als politischer Aktivist zur SEW im damaligen Westberlin.

    Eine kommunistische Partei ist vor allem auch eine Partei der in ihren Reihen organisierten Arbeiterklasse. Sie ist keine politische Organisation der Bourgeoisie, der Kapitalisten und Milliardäre, so wie heute in der VR China.

    Aktuell hat die VR China eine differenzierte Erwerbsbevölkerung von insgesamt 790 Millionen. Der Anteil der Arbeiter, an der Gesamtzahl in der materiellen Wert und Mehrwert schöpfenden Produktion, liegt bei rund 230 Millionen.

    Nach der offiziellen Statistik der Organisationsabteilung beim ZK liegt der Anteil der Arbeiter in der KPCh im Jahr 2017 bei 6,65 Millionen, bzw. 7,42 Prozent der Mitgliedschaft. Das sind weniger als durchschnittlich 3 Prozent der Arbeiterklasse, die in der KPCh organisiert sind. *

    * Der Organisationsgrad unter den 290 Millionen Wanderarbeitern ist noch deutlich geringer, würde man nur ihren Anteil, unter ihren fortgesetzten Lebensbedingungen der sozialen Apartheid in der VR China, berücksichtigen [weiterhin, so noch keine soziale Gleichstellung ihrer ländlichen Familien mit städtischen Arbeitern und Stadtbewohnern].

    ►Eine Kommunistische Partei ist stets eine sozialrevolutionäre und gesellschaftspolitische Organisation der Arbeiterklasse und aller anderen in ihr organisierten Werktätigen. Sie ist keine Partei der in ihr organisierten Beamten und Kapitalisten, Millionäre und Milliardäre, so wie heute in der VR China.

    ►Auch die schmerzhafte (tiefenpsychologische) Enttäuschung bei Egon Krenz, bspw. über die ostdeutsche Arbeiterklasse und Implosion der antiimperialistischen DDR, sowie bei älteren Mitgliedern der Linkspartei und DKP, darf nicht dazu führen, bspw. vormalige sozialrevolutionäre (marxistisch-leninistische) Grundsätze über Bord zu werfen und sich einem bourgeoissozialistischen Weltbild, wie es heute von der antikommunistischen KPCh vertreten wird, anzudienen.

    Gruß Reinhold

  2. Aktuelle Fakten:

    Die Kommunistische Partei Chinas in Zahlen (2019)

    Eine Bereitstellung von Reinhold Schramm

    Quelle: Beijing Rundschau · 08.07.2020

    Gesamtzahl der Parteimitglieder: ca. 91,9 Mio. [Anteil der Arbeiter: 6,96 %]
    1,3 Mio. mehr als 2018

    Organisationen der Partei: Insgesamt 4,68 Mio.

    Parteizellen 4,13 Mio.
    Basisparteikomitees 249.000
    Parteihauptzellen 305.000
    71.000 mehr als 2018 (+1,5%)

    Geschlecht, Nationalität und Bildung der Parteimitglieder
    weibliche Parteimitglieder: 25,6 Mio., 27,9% aller Parteimitglieder
    Parteimitglieder aus nationalen Minderheiten: 6,8 Mio., 7,4% aller Parteimitglieder
    Parteimitglieder mit Fachhochschulbildung oder höher:
    46,6 Mio., 50,7% aller Parteimitglieder

    Alter der Parteimitglieder:
    ≤ 30 = 12,3 Mio.
    31-35 = 9,9 Mio.
    36-40 = 8,8 Mio.
    41-45 = 8,6 Mio.
    46-50 = 9,4 Mio.
    51-55 = 8,8 Mio.
    56-60 = 7,5 Mio.
    ≥ 61 = 26,6 Mio.

    Berufe der Parteimitglieder:
    Arbeiter
    6,4 Mio.
    Bauern, Hirten und Fischer
    25,6 Mio.
    Techniker in Unternehmen,
    Institutionen und
    gemeinnützigen
    Organisationen

    14,4 Mio.
    Administratives Personal in
    Unternehmen, Institutionen
    und gemeinnützigen
    Organisationen

    10,1 Mio.
    Beamte
    7,7 Mio.
    Schüler & Studenten
    1,96 Mio.
    Sonstige Berufe
    7,1 Mio.
    Rentner
    18,7 Mio.

    Quelle der Beijing Rundschau: Organisationsabteilung des ZK der KPCh
    http://german.beijingreview.com.cn/sj/202007/t20200708_800213323.html

    11.07.2020, Reinhold Schramm (Bereitstellung)

  3. Ein Nachtrag zur bürgerlichen Aufklärung über China heute:

    Chinas politisches System und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

    Prof. Dr. Thomas Heberer, Seniorprofessor für Politik und Gesellschaft Chinas an der Universität Duisburg-Essen spricht in seinem Vortrag über „Chinas politisches System und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Dabei erläutert er die Funktion des chinesischen Staates, zeigt auf, warum es sich bei dem Entwicklungsstaat um ein fragmentiertes System handelt und beleuchtet die Frage der Steuerungsfähigkeit insbesondere auf lokaler Ebene. Kann ein autoritärer Staat stabil sein und besitzt er Legitimität? Und was kann man tun und erwarten, um die Steuerungsfähigkeit des Landes zu verbessern? Prof. Dr. Thomas Heberer diskutiert in seinem Vortrag über genau diese Aspekte. Die Veranstaltung fand am Donnerstag, 28. Januar 2016 im Rahmen des Colloquium Fundamentale am ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale statt.«

    Weitere Informationen: http://www.zak.kit.edu/4850.php

    Höre: https://www.youtube.com/watch?v=hWXnrvXq_No

  4. Nachtrag zur kapitalistischen Wirklichkeit
    im Bourgeois-“Sozialismus chinesischer Prägung“:

    »Ende 2017 gab es, offiziellen Zahlen zufolge, 65,794 Millionen Individualbetriebe (mit weniger als acht Beschäftigten) und 27,263 Millionen Privatbetriebe (mit mehr als sieben Beschäftigten). Beide Sektoren zusammen umfassten 341 Millionen Erwerbspersonen (vgl. Xinhua 2019b). Offiziellen Angaben zufolge trägt der Privatsektor mehr als 50 Prozent zum Steuereinkommen, über 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt, mehr als 70 Prozent zu Innovationen, 80 Prozent zur urbanen und 90 Prozent zur ländlichen Beschäftigung bei. Mit über 90 Prozent aller Unternehmen ist der Privatsektor mittlerweile der volkswirtschaftlich dominierende Sektor (Wang/Yang 2018: 3-14).«

    26.12.2020, R.S.

  5. K[l]assengesellschaft – USA & China

    „Die Reichen werden immer reicher und die Armen werden immer ärmer“ ist ein Kreislauf, dem die USA nicht entkommen können

    China Internet Information Center (CIIC) · 20.01.2021

    »„Früher habe ich Essen an die Leute verteilt, aber jetzt bin ich an der Reihe, es zu nehmen.“ Die sagte Fareeha Haq, eine US-Amerikanerin, die früher in einer „Food Bank“ gearbeitet hat. Nach dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie haben Fareeha Haq und ihr Mann beide ihre Arbeit verloren und mussten zur „Food Bank“ gehen, um sich mit kostenlosen Lebensmitteln zu versorgen.
     
    Ihre Erfahrung ist ein Beispiel für die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in den USA. Nach den neuesten Daten des US-Arbeits- und Beschäftigungsbehörde erreichte die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfen in der Woche zum 9. Januar 965.000 und stieg damit auf den höchsten Stand seit August 2020. Die Zahl liegt seit mehreren Wochen zwischen 700.000 und 900.000 und damit deutlich über dem wöchentlichen Niveau von etwa 200.000 vor dem Ausbruch der Pandemie. Aber das Vermögen der US-Milliardäre bis Mitte Oktober letzten Jahres stieg laut US-Medienberichten auf 3,88 Billionen US-Dollar, ein Plus von 931 Milliarden Dollar im Vergleich zum März des vergangenen Jahres.
     
    Das Problem der Kluft zwischen Arm und Reich in den USA ist durch die Pandemie noch schwerer. Die Reichen bauen ihr Vermögen weiter aus, da sie unter anderem von dem durch die Politik der quantitativen Lockerung begünstigten Aktienmarkt profitieren. Sie werden zuerst auf das neue Coronavirus getestet und können auch zuerst Impfstoff bekommen, während immer mehr arme Menschen sich weder Essen noch einen Arztbesuch leisten können.

    US-Amerikanische Politiker reden immer von „Gleichheit“ und „Fairness“ und werben für die Überlegenheit ihres Systems. Aber die sich vertiefende Kluft zwischen Reich und den Arm in der amerikanischen Gesellschaft erinnert sie daran, dass die Widersprüche des kapitalistischen Systems nicht zu verbergen sind.

    „Die Reichen werden immer reicher, die Armen werden immer ärmer“ ist bereits ein Kreislauf, dem die USA nicht entkommen können. Unter der Pandemie wird der Überlebensraum der Unterschicht in den USA immer enger, während das Reichtum der Reichen fast nicht betroffen sind, und sogar weiter akkumuliert wird. Dieser Widerspruch verschärft die Strukturkrise der Gesellschaft und macht das sogenannte „Vorbild der Demokratie“ zu einem traurigen Witz.«

    Vgl. „Die Reichen werden immer reicher und die Armen werden immer ärmer“ ist ein Kreislauf, dem die USA nicht entkommen können_China.org.cn

    Chinas reichste Personen erleben größten Wohlstandszuwachs

    CIIC · 22.10.2020

    »Chinas reichste Personen verzeichneten dank einer widerstandsfähigen, sich verändernden Wirtschaft und eines boomenden Aktienmarktes, der durch neue Wachstumsdynamiken gestützt wurde, den größten Wohlstandszuwachs seit 22 Jahren, wie die am Dienstag veröffentlichte neueste Hurun-Liste der reichsten Personen in China zeigt.

    Die Gruppe mit einem Vermögen von über 2 Milliarden Yuan (253 Millionen Euro) hatte nach Berechnungen vom 28. August insgesamt 1,5 Billionen US-Dollar hinzubekommen. Dies entspricht der Hälfte des jährlichen BIP des Vereinigten Königreichs und führte zu einem Vermögen dieser Gruppe von insgesamt 4 Billionen US-Dollar. Das ist mehr als das BIP Deutschlands, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

    Aus der Hurun-Liste der reichsten Personen in China geht hervor, dass in diesem Jahr mehr Wohlstand als in den vergangenen fünf Jahren zusammen besteht, was darauf hindeutet, dass sich die Struktur der Wirtschaft weiterentwickelt hat, indem der Fokus von traditionellen Sektoren wie dem verarbeitenden Gewerbe und Immobilien zur New Economy übergegangen ist, meint Rupert Hoogewerf, Vorsitzender und Chefforscher des Hurun-Berichts. Während die ersten beiden Monate der COVID-19-Pandemie enorme Mengen an Vermögen auslöschten, schafften es 2.398 Milliardäre auf die Liste, nachdem sich eine V-förmige Erholung eingestellt hatte, in der die Wirtschaft in den darauffolgenden zwei Monaten schnell wieder aufholte und, seit Juni, ein Rekord-Wohlstandsboom erfolgte, der von der Internetwirtschaft getragen wurde.

    Die Hälfte der auf der Liste aufgeführten Personen lebt in sechs großen Städten – Beijing, Shenzhen, Shanghai, Hangzhou, Guangzhou und Suzhou. Die Liste der Superreichen in Shenzhen wuchs am schnellsten, wo 84 Personen zu insgesamt 275 hinzukamen. Die Zahl derjenigen mit einem persönlichen Vermögen von einer Milliarde US-Dollar stieg von den 621 im Vorjahr auf 878. Das Gesundheitswesen überholte die Immobilienbranche und wurde mit 10,9 Prozent die Branche, aus der die zweitmeisten Vermögenden kamen. Das verarbeitende Gewerbe lag mit 23,8 Prozent an erster Stelle, während die Immobilienbranche mit 10,6 Prozent von zuvor 14,8 Prozent auf den dritten Platz abrutschte. Dies war der größte Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1999.

    Jiang Rensheng, 67, Vorsitzender und Geschäftsführer von Zhifei, einem in Chongqing ansässigen Hersteller von Grippe- und Meningitis-Impfstoffen, verzeichnete nahezu eine Verdreifachung seines Vermögens auf 19,9 Milliarden US-Dollar, nachdem Chinas Arzneimittelbehörde bekannt gegeben hatte, dass sie klinische Tests eines COVID-19-Impfstoffs am Menschen genehmigt hatte. E-Commerce zeichnete sich auch als Branche aus, in der viele der Vermögenden tätig sind. Jack Ma, Mitbegründer der Alibaba Group, hatte 58,5 Milliarden US-Dollar und war damit insgesamt zum vierten Mal und davon zum dritten Mal in Folge der reichste Mensch in China. Ihm folgte der Vorsitzende von Tencent, Pony Ma, der während der Pandemie von einem wachsenden Anteil des Online-Gaming- und Digitalgeschäfts profitierte. Zu den aufstrebenden Stars gehört Wang Xing, Leiter des Lebensmittel-Lieferservices Meituan Dianping, dessen Vermögen sich auf 52 Milliarden US-Dollar vervierfachte. Huang Zheng, Chef der E-Commerce-Plattform Pinduoduo, und Liu Qiangdong, Leiter des Online-Einzelhändlers JD, verzeichneten in diesem Jahr, in dem die Rolle des Online-zu-Offline-Shoppings an Bedeutung gewonnen hat, ein erhebliches Vermögenswachstum.«

    Vgl. Chinas reichste Personen erleben größten Wohlstandszuwachs_China.org.cn

    23.02.2021, Reinhold Schramm (Bereitstellung)

  6. Chinas Imperialismus vs. Entwicklungsländer.

    Oder: Nur Propaganda der imperialistischen NATO-Medien oder Wirklichkeit?

    Knebelkredite für Entwicklungsländer.
    So funktioniert Chinas Schuldenregime

    Mit Hunderten Milliarden finanziert China Häfen, Brücken und Staudämme in aller Welt. Die Bedingungen der Kredite waren bislang kaum bekannt. Nun enthüllt eine Studie, wie Peking seine Schuldner kontrolliert.
    Von Michael Sauga
    31.03.2021, 05.11 Uhr

    »Allein den Entwicklungsländern haben sie mehr als 400 Milliarden Dollar geliehen. Die Darlehen gelten den einen als unverzichtbare Hilfe beim Aufbau der Infrastruktur. Den anderen als moderne Form der Zinsknechtschaft, die große Teile Asiens, Lateinamerikas und Afrikas unter die Kontrolle Pekings bringt.« –

    »China sei ein »robuster und kommerziell gewiefter Gläubiger«, heißt es in der Studie, der es in seinen Verträgen auf vielfältige Weise versteht, Druck auf die Empfängerländer auszuüben.«

    Siehe: China: So funktionieren die Kredite für Entwicklungsländer – DER SPIEGEL

    31.03.2021, R.S.

  7. Ausländisches Eigentum an Chinas Wirtschaftsleistung.

    Beliebtheit bei globalen Investoren

    China: Ausländische Investitionen übersteigen im 1. Quartal 300 Milliarden Yuan

    Beijing · China Internet Information Center (CIIC) · 16.04.2021

    »Dank der ständigen Verbesserung seines Geschäftsumfelds erfreut sich China auch in diesem Jahr großer Beliebtheit bei Investoren aus aller Welt. Im ersten Quartal stiegen die ausländischen Investitionen auf über 300 Milliarden Yuan – fast 25 Prozent mehr als im Vorkrisenjahr 2019. Vor allem der High-Tech-Bereich profitiert von diesem Geldzufluss.

    China werde für ausländische Investitionen immer attraktiver, da die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ihr Geschäftsumfeld kontinuierlich verbessere und ihren Binnenmarkt unter dem neuen Entwicklungsmodell des dualen Kreislaufs ausbaue, so Experten und Wirtschaftsführer.

    Das Handelsministerium berichtete am Donnerstag, dass im ersten Quartal 2021 die tatsächliche Nutzung ausländischer Investitionen im Land 302,47 Milliarden Yuan (46,35 Milliarden US-Dollar) erreicht habe, was einem Anstieg von 39,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche.

    „Verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019 hat die tatsächliche Nutzung ausländischer Investitionen im ersten Quartal um 24,8 Prozent zugenommen“, gab der Sprecher des Ministeriums, Gao Feng, auf einer Pressekonferenz bekannt.

    In US-Dollar ausgedrückt, erreichte Chinas tatsächliche Nutzung von ausländischem Kapital im ersten Quartal 44,86 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 43,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

    Darüber hinaus wurden in diesem Zeitraum 10.263 Unternehmen mit ausländischer Beteiligung gegründet – ein Anstieg um 47,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2019 war die Zahl um 6,7 Prozent höher.

    Zhang Fei, stellvertretende Direktorin des Instituts für Auslandsinvestitionen der Chinesischen Akademie für internationalen Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit, erklärte, dass die Daten die steigende Dynamik der Nutzung von ausländischem Kapital in China zeigen würden, da sowohl die Anzahl der neu gegründeten ausländisch investierten Unternehmen als auch die Höhe der ausländischen Investitionen deutlich gestiegen seien – egal, ob man sie mit dem letzten oder dem vorletzten Jahr vergleicht.

    „Ausländische Unternehmen haben auf dem chinesischen Markt im Allgemeinen ein hohes Wachstum ihrer Gewinne genossen, was ihr Vertrauen gestärkt hat, weiterhin in China zu investieren, dank der kontinuierlich verbesserten Negativlisten, des sich ständig verbessernden Geschäftsumfelds und der Bemühungen der lokalen Regierungen auf verschiedenen Ebenen, ausländische Investitionsprojekte zu unterstützen“, berichtete Zhang.

    Sie sagte auch, dass sich die Qualität der Nutzung ausländischer Investitionen in China verbessere, da die Zuflüsse von ausländischem Kapital in High-Tech-Industrien, insbesondere High-Tech-Dienstleistungen, weiterhin schnell steigen würden, während die Investitionen gleichzeitig auch aus immer mehr unterschiedlichen Quellen stammen würden. Das schnelle Wachstum ausländischer Investitionen in Hightech-Dienstleistungen werde hauptsächlich durch die vorteilhafte Politik zur Öffnung des Dienstleistungssektors angetrieben, fügte sie hinzu.

    Daten des Ministeriums zeigen, dass der tatsächliche Einsatz von ausländischem Kapital im Dienstleistungssektor im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 51,5 Prozent auf 237,79 Milliarden Yuan (36,4 Milliarden US-Dollar) gestiegen ist. Der tatsächliche Einsatz von ausländischem Kapital im High-Tech-Sektor stieg im Jahresvergleich um 32,1 Prozent. Das Wachstum im Hightech-Dienstleistungssektor betrug 43,9 Prozent und im Hightech-Produktionssektor 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

    Was die Investitionsquellen betrifft, so seien die Zuflüsse von ausländischem Kapital im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr aus Ländern, die an der Neuen Seidenstraßeninitiative teilnehmen, um 58,2 Prozent, aus den ASEAN-Mitgliedsländern um 60 Prozent und aus der EU um 7,5 Prozent gestiegen, informierte das Ministerium.«

    Vgl. China: Ausländische Investitionen übersteigen im 1. Quartal 300 Milliarden Yuan_China.org.cn german.china.org.cn/txt/2021-04/16/content_77411994.htm

    16.04.2021, Reinhold Schramm (Bereitstellung)

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*